
Heute wurde in der Doppelsitzerklasse ein Task von 530 km ausgeschrieben. Der Task führte von Pociunai nach Polen wo wir ein Hickhack flogen und dann wieder hoch in den Nordwesten von Litauen. Am Briefing schluckte ich noch einmal leer, vor allem im Hinblick darauf, dass am Abend hohe Bewölkung die Thermik stoppen soll. Die Schnittberechnung zeigte, dass wir mit einem 100er Schnitt 5:20 Stunden benötigen. Also wären wir bei Startlinienöffnung um 12:30 Uhr pünktlich gegen 18:00 Uhr auf das Thermikende zurück. Das bedeutet, wer langsamer fliegt, wird es nicht schaffen, und basteln bedeutet, die Rückkehr ist stark gefährdet.
Somit füllten Adi und ich den Duo auf max. Gewicht um hoffentlich bei bestem Wetter schnell voran zu kommen. Doch schon vor der Startlinie zeigte sich das Wetter trickreich. Nach einem frühen Abflug sahen wir viele Konkurrenten die gleich bei der Startlinie kreisten. Also nochmals zurück und hochdrehen um nicht das Kanonenfutter zu sein. Dies misslang und wir Starteten mit zwei Anderen aus unserer Klasse als letzte um 13:10. Hmm… schon hinter dem Zeitplan und der erste lange Gleitflug zeigte, dass die Thermik zu schwach für unsere Flächenbelastung ist. Stefan Leutenegger, welcher auch schon auf der Aufgabe war, bestätigte uns dies über Funk. Deshalb liessen wir einen Teil des Wassers ab, um besser steigen zu können. Leider schloss das rechte Flügelventil nicht mehr und wir mussten alles Wasser ablassen. Dieser Nachteil verfolgte uns den ganzen Flug. Die Italiener, mit welchen wir ein ganzes Stück zusammenflogen, nahmen uns bei jedem Gleitflug ein Stück ab. Also flogen wir alleine weiter, bis wir auf die Slowenen trafen. Mit ihnen flogen wir rasch unter einigen Wolkenstrassen weiter, welche in Polen richtig gut zogen. Wie schon gesagt, leider ohne Wasser in den Flügeln. Als die letzte Wolke vor einer Querung über ein Sumpfgebiet nicht zog, dachten wir kurzerhand: Mut zur Lücke! Dies zeigte sich als fatalen Fehler, die Slowenen überflogen uns einige Minuten später als wir am Boden mitten in der Sumpflandschaft verzweifelt nach Thermik suchten. Einige Schweisstropfen und Minuten verflossen, bis wir zur nächsten Wolke und zur südlichsten Wende fliegen konnten. Also hoch zur Wolkenstrasse Richtung Norden um viel verlorene Zeit gut zu machen. Aber auch dies gelang uns nicht mehr so Recht und wir flogen nochmals auf den Boden runter. Mit den Österreichern bastelten wir uns wieder hoch. Im Kopf hatten wir schon abgeschlossen mit dem nach Hause kommen. Denn es war schon fast 18:00 Uhr und wir hatten noch 170 km zu fliegen. Doch erstaunlicherweise kamen wir wieder hoch und konnten uns relativ gut bis in die Region der nördlichsten Wende vortasten. Somit schöpften wir Hoffnung um doch noch heim zu kehren. Nach einem Durchhänger waren wir wieder voll motiviert und holten uns die letze Wende. Leider war diese fern ab von jeglicher Thermik und wir waren zur Aussenlandung 70 km vor dem Flugplatz gezwungen. Nun auf der Heimfahrt, auf welcher ich soeben den Bericht verfasse, treffen wir auf Anhänger die sich von jeder Seitenstrasse auf der Hauptstrasse nach Pociunai versammeln.
Wir hoffen nun, dass die Konkurrenzleitung wieder einmal ein bisschen Erbarmen mit Ingrid, unserer Rückholerin hat, und etwas kürzere Aufgaben, dem Wetter entsprechend, ausschreiben wird.