Archiv der Kategorie ‘EM‘

1.Tag EM Pociunai 26.07.09

Montag, den 27. Juli 2009 von René Schneebeli

Heute hat die EM in Pociunai begonnen. Am Morgen wurde ein AAT-Task Richtung Nordosten ausgeschrieben. Die Wetteraussichten, am Nachmittag lokale Gewitter und Wind mit 20 – 30 km/h aus West. Bei der Startaufstellung erhalten wir einen der Tracker, um unseren Flug auf der offiziellen Homepage mit zu verfolgen. Noch mehr Elektronik im Flugzeug, zum Glück sind keine Kabel dran! Nach dem Start des halben Feldes wird schon ein Unterbruch gemacht um das Vorbeiziehen des Gewitters abzuwarten. Adi und ich sitzen im Flugzeug, bei welchem durch den Regen das Capot beschlägt. Um nicht nass zu werden, holen wir die Infos der Aussenwelt über Funk. Etwas später geht’s dann wirklich los. Mit einigermassen guten Steigwerten im Warteraum beginnt der Abflugpoker. Stefan welcher in der Standardklasse fliegt ist schon über die Startlinie. Wir wollen mit einigen Teilnehmern unserer Klasse abfliegen. Doch wies so kommt, oben fliegen sie los und bis wir oben sind, beginnt die Wolke zu regnen, und wir müssen alleine abfliegen. Etwas harzig läuft die Sache schon, doch mit einigen Thermikbojen aus allen Klassen kommen wir noch voran. Bei der nördlichsten Wende können wir mit einigen Konkurrenten eine Wolkenstrasse mit hoher Geschwindigkeit abfliegen. Als uns die Zeit der 2,5 Stundenaufgabe und das näher rückende Ende des Wendekreises zum drehen zwingt, fliegen wir unter der Wolkenstrasse ein Stück zurück. Jetzt nur noch gut 100 km nach Pociunai. Doch gerade diese Strecke hat’s in sich! Wir fliegen wieder ganz alleine, keine anderen Flugzeuge, welche uns einen Schlauch zeigen in Sicht. Nach vier Wolken die uns nicht hochbringen, finden wir uns mit 200 m Grund in einem Nullschieber wieder. Wasser marsch, unsere Kiste ist nun leicht und wir Steigen langsam wieder hoch. Oben angekommen, schleichen wir mit schwachen Steigwerten zwischen Regenfällen zurück zum Flugplatz. Durch eine Regenwand hindurch, setzen wir mit einer halben Stunde Verspätung auf dem Flugplatz auf. Uff geschafft, war unser erster Gedanke!

Bilanz in der Standardklasse nach Tag 1: grober Schaden abgewendet

Montag, den 27. Juli 2009 von Stefan Leutenegger

Es war ein typischer Segelflugwettbewerbstag: schon auf dem Grid begann es heftig zu regnen. Schnell alle Löcher abkleben und unter den Flügel fliehen. Dasselbe hatte sich ein Hund gedacht: er gesellte sich zu mir um sofort sein klatschnasses Fell auszuschütteln. Super. Durchnässt und mit nassem Flugzeug startete ich den schwarzen Wolken entgegen.

Da ich dachte, es könne jeden Moment eine Sintflut über Litauen hereinbrechen, flog ich sofort ab auf den 2.5-Stunden-AAT Richtung Nordosten. Alleine – egal, wer braucht schon andere Flugzeuge. Unter dem ersten Cumulus traf ich zum Glück die Belgier und flog mit ihnen weiter. Einen Aufwind wollte ich allerdings auslassen und das war ein Fehler. Der Höhenmesser kam immer näher an 0, ich musste umdrehen, noch eine letzt Waldecke ausprobieren, sonst landen. Doch siehe da, es ging aufwärts! Aus 170m Grund ausgegraben, minus 15 Minuten, minus 150 Punkte (geschätzt). Von da an war ich definitiv allein und in der unzuverlässigen Thermik war das nur unvernünftig – aber was soll man schon machen. Etwas vorsichtiger flog ich die Aufgabe ab, mal schneller mal langsamer, aber wenigstens nach Hause.

Etwas später sollte sich herausstellen, dass es in der Standardklasse beide Vertreter der Segelflugnation Frankreich gelandet hat. Was mich betrifft, so ist einiges an Punkten verloren, aber gröberer Schaden abgewendet. Man muss es positiv sehen: morgen wird sicher niemand nachfliegen!

9. Wertung 9.7.

Donnerstag, den 9. Juli 2009 von Markus Gäumann

Das Anlasserproblem konnten wir gestern beheben, es war “nur” eine lose Polklemme. Dazwischen immer wieder ein Blick zum Himmel. Ich glaube der Ruhetag war der bisher beste Tag. Kein Regen, keine Gewitter, keine Ausbreitungen. Wie muss das einfach sein, an so einem Tag zu segelfliegen.

Heute war das natürlich wieder ganz anders. Das übliche Bild mit Schauern schon vor dem Abflug. Es war gar nicht einfach im Warteraum in einer guten Position abzufliegen. Entweder war man oben-dann sah es auf Kurs schlecht aus- oder man war zu tief zum Abfliegen, dafür sah der 1. Schenkel super aus. Ich war mit dem Pulk unterwegs und konnte gut vorne mithalten. 40km vor der 2.Wende im Norden, nur noch eintöniges Grau auf Kurs, entschied ich mich für einen Umweg. Ich konnte denn auch mit über 3m/s steigen und entlang einem Schauer geradeausfliegen. Trotzdem war ich an der Wende etwa 5km hinter dem Pulk. Wie haben die das bloss gemacht? Nach einer längeren Hangsegelflugübung, wo ich den Kontakt verlor, ging es mit Rückenwind zur letzten Wende und unter einer Gewitterwurst mit einem wunderschönen Regenbogen nach Nitra zurück. 5 Minuten vor dem Wolkenbruch landete ich.

8.Wertung 6.7.

Dienstag, den 7. Juli 2009 von Markus Gäumann

Die B-Aufgabe wird wegen der im Westen aufziehenden Ci-Bewölkung aktiviert. AAT mit Radien von bis 30km. Im Warteraum werden die Aufwinde deutlich schwächer, man kommt schlecht bis zur Basis auf 1900m hoch. Ich beschliesse abzufliegen, obschon ich keine anderen Offenen Gleiter sehe. Es läuft nicht schlecht, bisher kein Aufwind unter 3m/s, wenn ich auch zum Teil unter den grossen Cu das Zentrum suchen muss. Die Frage ist, wie es wohl im 140km entfernten nördlichen Gebiet aussieht. Davon hängt ja mein Entscheid, wie weit ich nach Süden fliegen soll, ab. Weiss ich natürlich nicht. Ich wende also recht früh, um nicht im Norden zu spät anzukommen. Ich bin dann aber so früh im 2.Gebiet, dass ich wohl oder übel noch etwas weiter als geplant fliegen muss. Ich enscheide mich dafür für den östlichen Teil des Sektors. Leider waren alle diese Überlegungen und Enscheide falsch. Die Cu zerfallen vor meiner Nase, ich beginne zu basteln und verliere viel Zeit, was bei einem Siegerschnitt von 130km/h natürlich eine Ranglistenkatastrophe auslöst. Dafür hatte ich heute das Vergnügen hinter einer Turbo-Smelak einen Schlepp mit so gegen 6m/s zu geniessen. Mein Anlasser funktionierte nicht. Wir haben aber morgen am Ruhetag Zeit das Problem zu lösen.

Safety beim Wettbewerbsfliegen

Montag, den 6. Juli 2009 von admin

Wisi Bissig hat im Forum eine Diskussion über die Sicherheit beim Wettbewerbsfliegen angefangen.

7. Wertung 5.7.

Sonntag, den 5. Juli 2009 von Markus Gäumann

Heuten ist so schnell erzählt wie geflogen: zuerst Cu dann Cb dann Regen. Man lernt nie aus: Auf dem ersten Schenkel verlasse ich meine Kollegen, die für mich zu weit rechts fliegen. Siehe da, ich treffe einen 5,9m/s Schlauch! Blitzartig bin ich an der Basis. Ich schaue auf den ipaq um die Ausflugrichtung zu treffen, es gelingt super, genau auf dem Strich. Aber irgendwas ist auf den zweiten Blick komisch. Das Flugzeugsymbol auf dem Display zeigt zur Startlinie. Ist der ipaq wieder mal abgestürzt? Komisch auch der Zander zeigt so komische Kurszahlen an. Sogar der Kompass zeigt 180 Grad falsch! Da muss der Fehler wohl unter dem Segelfliegerhut liegen! Ich wende scharf und hole den Pulk trotzdem locker wieder ein.

6.Wertung 4.7.

Sonntag, den 5. Juli 2009 von Markus Gäumann

605km Speed 3 Länderaufgabe: Sovakei, Tschechien und Ungarn

Als Nitra-Neuling staunte ich nicht schlecht, wie hoch und wild die hohe Tatra wirklich ist. Mit der bescheidenen Basis von 2100 m eine richtige Mauer. Die Gipfel sind in den Wolken und sogar ein paar Schneeflecken hat es noch in den Runsen. Ich verliere am Start gleich eine Viertelstunde in den Hügeln östlich Nitra, vor der ersten Wende übe ich noch etwas Hangsegeln, dann in den richtigen Bergen läuft es besser. Ich kann die Engländer, die mich links überholten wieder aufholen und den Rest der Aufgabe fliegen wir zusammen. Riesige Abschirmungen und am Schluss ein Endanflug über 90km mit 200m Reserve würzen den Flug. Es war harte Arbeit!

4.Wertung 2.7. Aussenlandung!

Sonntag, den 5. Juli 2009 von Markus Gäumann

Am Morgen das gleiche Wetterbild wie die vorherigen Tage: Dunstig, schon sehr warm, erste Cb im NO, dazu über dem Platz ein Stratusdeckel, der sich gegen Mittag auflöst. Die Aufgabe auch wie gehabt, eine AAT mit grossen Kreisen in den O und S. Zum letzten Sektor, der mal zur Abwechslung nicht in einem Regenschauer, sondern mitten in einer blauen Störung liegt, gleite ich von den letzten Wolken auf 2100m ab, ohne auch nur ein Rütteln bis auf 900m. Zurück zu den Wolken reicht es nicht. Ich finde auf 400m ein paar mickrige Schläuchlein und rette mich schliesslich unter einige Wolkenfetzen. Steigen gut 1m/s. Plötzlich tauchen die Engländer auf, ich hatte schon das Gefühl total abgehängt zu sein. Noch 75 km mit bis Nitra, sollten zu schaffen sein. Wasser ist keins mehr im Flügel, ist aber nicht so schlimm, da ein leichter Rückenwind herrscht. Ich steige aber etwas schlechter als die anderen und entscheide mich tiefer trotzdem abzufliegen. Ca 100m unter Gleitpfad mit MC 0.8. Genau auf Kurs jetzt eine Wolkenstrasse, wo ich dann die nötige Reserve aufbauen will. Zusammen mit dem Holländer, der etwa 100m höher ist, fliegen wir unter den Wolken. Einmal Kreisen in 1m/s bringt mich auf +100m. Das war es dann. Trotz guter Optik null Steigen, am Ende der Strasse regnet es aus, auch hier nichts. Ab jetzt nur noch grau. Ich putze noch den Flügel um die letzte Gleitzahl rauszukitzeln, promt verhakt sich der Mückenputzer im Querruder. Mit viel Glück kann ich ihn mit Schütteln und maximalen Ausschlägen wieder mobilisieren. Immer noch knapp auf Gleitpfad geht es an der Sperrzone am KKW vorbei. Rund um Nitra ist eigentlich jedes Feld aus jeder Richtung landbar. Das einzige Problem ist der Bewuchs. Im Moment hat es absolut keine abgeernteten Felder. Die Auswahl: Weizen ist etwa kniehoch, das Mais ungefähr 1m und die Sonnenblumen 2m. Als Zielline gilt ein Kreis mit Radius 3km um den Flugplatz. Wird dieser erreicht, gilt die Aufgabe als erfüllt. Meine Reserve schrumpft, ich stelle mich auf einen Motorstart oder eine Aussenlandung ein. Ich möchte aber versuchen noch in den Zielkreis zu gelangen. Da aber kurz vor dem Platz noch ein sanfter, ca 90m hoher Buckel ist wird es knapp. Ich bereite den Motorstart vor, sehe aber dann, dass es eigentlich knapp über den Hügel reichen sollte. Den Motor könnte ich dann auf der anderen Seite sicher starten. Als ich sehe, dass es halt doch nicht reicht, bin ich gegen das leicht ansteigende Gelände zu tief für einen Motorstart und die Aussenlandung in leicht ansteigenden 20m Korn 80m Gras und als Schlussbremse 10m Sonnenblumen passiert 7km vor Nitra und 3km vor dem Zielkreis mit 120m über Platz..

1.Wertung 29.06.

Montag, den 29. Juni 2009 von Markus Gäumann

Pünktlicher Start um 1130, die Basis beim Abflug ca. 1400m. Ich versuche mit den Engländern abzufliegen, verliere sie jedoch im Nebel. Ich fliege alleine ab, mache einen unmotivierten Schlenker nach Osten, der Abflug ist aber o.k.

Vor der Donau sinkt die Basis ab, ich treffe die Deutschen, zusammen fliegen wir ans Ende des 1.Sektors.

Nur nicht rückwärts schauen, in Richtung Nitra regnet es bereits, aber ich muss ja zum Glück zuerst noch nach NO in den 2. Sektor.

Vor einer Schauerlinie kann ich mit fast 3m/s auf Endanflughöhe steigen. Ich kratze den 2.Sektor nur an und fliege mit viel Sicherheitshöhe zwischen und durch Regenschauer nach Hause. Ich glaube die Routenwahl vom 1. zum 2. Sektor war nicht optimal, bin aber einigermassen zufrieden. Flüge bei so labilen Verhältnissen sind eben auch Glücksache.

Marcel ist auch in Nitra gelandet, Werni hatte leider mit einer Aussenlandung viel Pech.

Training 28.06.

Montag, den 29. Juni 2009 von Markus Gäumann

Gestern kam ich doch noch zu meinem ersten Flug über der Slowakei.

Am Morgen noch schwere Schauer, Mittags nur noch Regen und als wir um 1500 Uhr aus dem Supermarkt kamen, schien fast die Sonne.

Ich beschloss die 0,01% Chance von Werni auszunutzen und die nähere Umgebung von oben zu inspizieren. Vorsichtshalber reduzierte ich trotz der 1080m langen Piste das Gewicht auf 800kg. Mit zwei kräftigen Schiebern setzte sich der Nimbus widerwillig in Bewegung und hob 200m vor Pistenende ab. Die Basis war 600m und stieg dann 45km östlich auf 1200m.

Nur knapp verpasste ich den Anfang der Eröffnungszeremonie, hatte aber meinen Trainingsflug.