Archiv der Kategorie ‘NSFW‘

Mein Checkflug

Sonntag, den 10. Mai 2009 von Urs Ribi

Weil ich ja jetzt zum alten Eisen gehöre, muss ich einem Fluglehrer beweisen, dass ich dennoch fähig bin ein Segelflugzeug zu steuern. Ich bin zwar überzeugt, dass das für die Sicherheit nichts bringt.

Da das BAZL dafür keine Richtlinien herausgegeben hat, genügt auch eine Platzvolte. Aber ich habe mit meinem Fluglehrer Peter Heiniger abgemacht: “Wenn wir schon etwas machen, dann machen wir’s gleich richtig.”. Ich will einen Streckenflug machen, am liebsten an einem Tag, an dem man nicht fliegen kann. Gestern war dieser Tag. Die RegTherm Prognose war recht gut für den späteren Nachmittag. Zwar waren’s unter einem starken Cirren-Deckel nur 250 km, aber mit 2m/s Steigen bis zu einer Basis auf 3′000m. Meine Kollegen hatten dafür nur ein müdes Lächeln. “Glaubst Du etwa daran?” hörte ich.

Wir sind dann nach 15 Uhr gestartet, fanden die erste Thermik bei Courtelary und erreichten komfortable 2′300m. Am Boden hatte es immer noch Bise, aber hier oben waren es 45 km/h aus 230 Grad. Es hatte nur wenige Sonnenflecken am Boden und die Wolkenstrasse war breit. Deshalb wurde mir bald klar, dass eine neue, kältere und damit labilere Luftmasse herein fliesst. Also muss ich die Konvergenzlinie finden. Das gelang mir zunächst nicht sehr gut und wir mussten bei Môtier wieder auf 1′600m anfangen. Aber jetzt ging’s zügig mit 3m/s auf 3′000m hoch. Die Basis war noch etwa 200m höher. Wir kämpften uns mit 180 km/h IAS westwärts gegen den starken Wind bis an’s Ende des Risoux. Ich hatte nun diese Konvergenzlinie gefunden. Nach der Wende begann der Spass. 1 m/s Steigen, 150 km/h IAS und 210 km/h Groundspeed. Wieder bei Môtier angelangt, akzeptierte ich noch 3 Kreise mit 3 m/s bis auf 3′000m. Dann preschten wir mit bis zu 240 km/h GS bis an’s Ende dieser neuen Luftmasse bei Courtelary. Anschliessend noch das Abgleiten gegen Westen um die Liga Zeit zu erfüllen. Im NSFW gab das eine c-Wertung über 32 Minuten mit einem Schnitt von 187 km/h (OLC Info).

Nach der Landung frage ich Peter ob ich bestanden hätte. Er sagt “nein” - “Wieso?” - “Weil Du mich dann noch einmal mitnehmen musst!”. :-) Und das an einem Tag, an dem die Kameraden ihre Flieger wieder eingepackt haben.

Föhnflug Sonntag 26. April

Montag, den 27. April 2009 von Felix Schneebeli

Nach dem schwachen Föhntag am Samstag verdichteten sich die Anzeichen, dass der Sonntag so richtig gut werden soll. Ich organisierte zwei Schlepppiloten für den Sonntag Morgen, um sechs Uhr! Die vier Knonaueramt Piloten Marc Gerber, Andi und Stefan Leutenegger sowie ich fanden sich sogar schon um fünf Uhr auf Flugplatz Hausen ein! Mit Taschenlampen- und Autolicht wurden die Flieger vorbereitet, ein komisches Gefühl…aber schon der Schlepp ins Morgenrot hinein war super. Stefan und ich starteten als erste und wir kamen an den Eggbergen auch gleich mit bis zu 7m/s an die Luftraumgrenze unter dem A9. Mein ausgeschriebener Task war Urmiberg-Col du Pillon-Stoderzinken-Urmiberg, 1047km. Es wurde jedoch relativ schnell klar, dass der erste Wendepunkt nicht erreichbar war, da es ab dem Kandertal schneite am frühen Morgen. So gings Richtung Osten weiter, wo das nächste Problem wartete. Der Föhn, der doch mit 60km/h wehte auf über 3000m, kam nicht bis an den Boden im Vorarlberg. So fanden sich Stefan und ich auf 1100m im Montafon wieder, wo wir mit ordentlich Mühe am Hang der Zimba wieder Wellenanschluss fanden. Wenn der Osten noch nicht geht, dann halt wieder in Richtung Westen. Neben den diversen Wolkenbänken und Föhnwinden verloren Stefan und ich uns und flogen auf eigene Faust weiter. Den Rotorwolken entlang fliegend wendete ich in der Region Sanetsch und dachte mir unterdessen müsste der Osten doch gehen. Beim zweiten Anlauf lief die Nordseite des Vorarlbergs und Inntals wie bei Föhn gewohnt. Das Wetter wurde nicht besser, darum wendete ich am Achensee und flog dieselbe Route zurück um noch einmal einen Welleneinstieg zu versuchen in der Schweiz. Dies gelang mir nicht, die Wolkendecke war Abends um fünf nahezu geschlossen in der Ostschweiz und ich entschied mich den Churfirsten entlang Abstechhöhe nach Hausen zu machen. Den Funk hatte ich schon um den Mittag herum abgeschaltet, da mein Akku schwach wurde. Darum habe ich auch erst am Boden erfahren, dass Marc und Stefan in Innsbruck gelandet sind. Andi landete kurz nach mir in Hausen. Es war ein toller Flug und ein riesen Erlebnis, früh Starten lohnt sich!

Fantastische Föhnwelle quer durch die Schweiz

Montag, den 27. April 2009 von Jürg Haas

Obwohl ich mein Ziel, einen Flug über 1000km mit einem Fehler und etwas Pech nicht erreichen konnte, gab es dennoch ein unvergessliches Erlebnis. Die Föhnwelle vom Voralbergischen bis mindestens nach Bex stand perfekt.

Durch einen missglückten Welleneinstieg im Weisstannental musste ich dreimal am Gonzen bei Sargans ansetzten zum wieder auf die Höhe zu kommen. Dadurch verlor ich etwa 30-40min welche ich etwas aufholen wollte - durch vermeiden der Fehler, die ich zwei Wochen zuvor gemacht habe. Meine Idee war es immer möglichst auf 4500m zu bleiben und achtete einfach darauf nicht aus der Welle zu fallen, frühzeitig die Fahrt etwas weg zu nehmen um vor einem Leedurchflug die maximale Höhe zu haben. Dadurch konnte ich beim Rückflug mit nur einem kleinen Rotor-Aufwind von Bex bis nach Imst fliegen. Für die OLC-League gab dies über den Schenkel von 248km einen Schnitt von 183.58km/h! Total wurde 155.62km/h gewertet. Leider wurde es immer feuchter und ich musste öfters mit relativ wenig Bodensicht fliegen. Dies führte dazu, dass ich beim Alberg weiter nach Innsbruck flog anstatt wie geplant nochmals zurück nach Bex. Im Nachhinein eine klare Fehlentscheidung. Die Föhnwelle wurde gegen Abend wie angekündigt immer stärker, der Rückflug, nachdem ich mich aus dem Tiefpunkt in Landeck (1300m) befreit habe, konnte ich wieder auf 4500m praktisch immer am Ende des grünen Bereiches fliegen… leider war dann schon Sunset!

Warten auf grossräumigen Föhn

Montag, den 21. April 2008 von Alois Bissig

Föhnsituationen waren in dieser Saison bis jetzt recht häufig, allerdings immer kleinräumig. Da der Schnee in den Alpen noch meterhoch und bis in tiefe Lagen vorhanden ist, und keine großen Thermikstrecken in den Alpen zulassen, versuche ich wenigstens die kleinräumigen Föhnlagen zu nutzen

Am 30 März habe ich das 592km. Dreieck Ropheien – Aachensee – Grosse Scheidegg – Ropheien in diesem Jahr zum ersten Mal im Logger eingegeben. Allerdings musste ich bei dem Flug kurz vor Innsbruck den Motor anlassen. Die Startbedingungen (gute Wellen im Reusstal Glarnerland und Montafon) waren zwar gut, aber östlich des Arlbergs, war der Wind weg und die Sonneneinstrahlung und die Schneelage gaben der Thermik keine Chance. Gestern am 20 April um 6 Uhr stimmte die Wetteroptik, obwohl in Flüelen am Boden noch kein Wind blies. Die Daten der Druckdifferenzprognosenkarte und der effektive Verlauf stimmten optimistisch. Der Start kurz nach 8 Uhr mit Motorabstellen im Hangwind vom Ropheien und ein Telefon an Rolf Friedli ,dass der Hangwind am Urmiberg geht eröffnet den Flug. Der Rotor im Lee des Bälmeter ist mit + 4m eher mager und zeigt dass die Situation erst im entstehen ist. Die Welle am Tödi bringt mich auf 3900m und zeigt mir auch, dass das Vorderreinthal ab Disentis noch frei von Staubewölkung ist. Nur noch schwaches Steigen in Elm und Vätis, deshalb abgleiten an die Schesaplana. Der Hangwind dort ist ruhig und erlaubt ein Steigen bis auf Kretenhöhe. Der Versuch an den bekannten Stellen bei Schruns Wellenanschluss zu finden misslingt. Dafür erscheinen erste Wolkenfetzen die die beginnende Thermik anzeigen. So findet der Flug zum Aachensee und zurück bis nach dem Pragelpass in der vom Wind unterstützten und zerrissenen Thermik seine Fortsetzung. Im Urnersee und zwischen Treib und Gersau sind der starke Wind gut sichtbar. Dementsprechend zuverlässig ist der Hangwind am Urmiberg und der Widereinstieg in höhere Regionen. Nach meiner Meinung funktioniert ab 15 Uhr das System Föhn buchmäßig. Damit ist das Vollenden der ausgeschriebenen Aufgabe + Verlängerung nie mehr in Frage gestellt. Zürich gibt bei der Verlängerung auch die Freigabe zum durchqueren des A9 auf 4600 m, was den Anschluss im Titlisgebiet wesentlich erleichtert.

Eine großräumigere Wetterlage mit Föhn auch im Innsbruckerbecken wird ein andermal den Frühstart besser lohnen und auch die Aufgabenausschreibung beeinflussen.