Archiv der Kategorie ‘Piloten Berichte‘

4.Tag EM Pociunai 29.07.09

Donnerstag, den 30. Juli 2009 von René Schneebeli

Heute gab es endlich einen Tag mit durchgehend guten Wetterbedingungen auf der ganzen Wettbewerbsaufgabe, und man musste abends nicht bangen ob es noch Heim reicht. Die Aufgabe mit 250km etwas kürzer als in den letzten Tagen, war ideal für einen Racing-Task ausgeschrieben. Adi und ich erwischten einen guten Start und flogen mit unserem “Brombeeri“ zügig von Wolke zu Wolke. Bis zur ersten Wende im Westen bildete sich einen Pulk mit fünf weiteren Mitstreitern. Also gaben wir richtig Gas und zogen vorne weg. Die Anderen folgten uns im Delfinstil unter den Wolken Richtung Norden. Weiter über den Fluss Nemunas wurde es kurzzeitig etwas schwieriger. Dies kam uns zu Gute, da wir mit den anderen Fünf einen guten Weg zur Wende fanden und dort die früher gestarteten Konkurrenten einholen konnten. Auf dem weiteren Flug war Pulkfliegen mit sehr guter Thermik angesagt. Kurz vor dem Endanflug kam nochmals etwas Unruhe in den Pulk. Der Pulk teilte sich und es wurde in zwei unterschiedliche Richtungen aus der zweitletzten Thermik abgeflogen. Wir entschieden uns für eine dritte Route zwischen den Anderen zu einer super aussehenden Wolke. Die Anderen fanden sich etwas später auch dort ein und kreisten mit uns auf Endanflughöhe. Zum Glück waren wir etwas eher dort und konnten ein bisschen mehr Höhe gewinnen. So war das Mithalten im Endanflug trotz unserem etwas leichteren Flieger gut möglich. Die Wetterhervorsage für die kommenden Tage sieht gut aus und wir freuen uns auf weitere tolle Flüge.

3.Tag EM Pociunai 28.07.09

Mittwoch, den 29. Juli 2009 von René Schneebeli

Es war ein spannender und sehr lehrreicher Tag. Begonnen hat die Wettbewerbsaufgabe von 425 km um die TMA Kaunas, mit einem gemeinsamen Abflug mit GT2 (Thomas Gostner / Stefano Ghiorzo). Das Wetter war im Gegensatz zu den letzten Tagen super. Wir flogen mit hohen Geschwindigkeiten von Wolke zu Wolke und kreisten ab und zu in den besten Bärten hoch. Auch der Wind war mit 12 km/h nahezu zu vernachlässigen und es machte richtig Spass so zu fliegen. Stefan Leutenegger war auf dem Weg zur 1. Wende mit einigen Anderen aus der Standardklasse unter der gleichen Wolkenstrasse unterwegs. Bis zur zweiten Wende flogen Adi und ich mit den italienischen Kollegen zusammen und trafen einige Konkurrenten an die vor uns gestartet waren. Nach der zweiten Wende und knapp der Hälfte der Aufgabe gab es nochmals ein schnelles Stück unter Wolkenstrassen. Nördlich von Kaunas konnten wir dann alle Konkurrenten aus der Doppelsitzerklasse aufholen. Somit waren wir uns bewusst, wenn wir mit dieser Gruppe nach Hause kommen, haben wir eine Spitzenrangierung an diesem Tag. Also nichts riskieren und mitfliegen. Tja aber im Nordosten kamen grössere Gleitstrecken und vereinzelte Aufwinde die bis oben ausgedreht werden mussten. Jeder taktierte und wollte ja nicht als erster abfliegen. Somit übernahmen Adi und ich doch die Vorflugarbeit. Nach der dritten Wende übergaben wir diese wieder Anderen und flogen mit. Plötzlich waren ca. 40 Flugzeuge aus allen Klassen auf 200-400m Grund. Einige Flugzeuge waren auch schon gelandet. Es sah auch auf der Flugroute sehr schlecht aus. Doch irgendwie konnten wir uns alle halten bis man wieder etwas höher kam. Etwas weiter Richtung Süden konnte der Riesenpulk wieder auf 1500 m hochdrehen. Dann kam ein Gleitstück von 40km, über die 4 Wende hinweg zu einem schwachen Bart. Dieser war der letzte und es fehlten noch 50km von der Aufgabe. Also hochdrehen so weit wie es nur geht. Leider stellte die Thermik zu früh ab als dass wir noch die restliche Höhe erreichen konnten. Also gab es ein Massenabgleiten, unter der Bewölkung des Gewitters welches sich zuvor über Kaunas ausregnete. Mit der sicheren Aussenlandung vor Augen glitten wir los. Auf dem Weg sahen wir immer wieder jemanden Landen. Als Stefan Leutenegger vor uns landete dachten wir, wir nehmen dasselbe Feld. Somit fehlten uns noch 25 km um die Aufgabe zu erfüllen. Im Feld mit Stefan und Howard Jones warteten wir auf unsere Rückholer und erfreuten uns der Gesellschaft vieler litauischer Besucher.

Viele Wolken und viele Aussenlandungen

Dienstag, den 28. Juli 2009 von René Schneebeli

Der heutige Tag begann wieder mit vielen Wolken. Beim Start begann es gar leicht zu regnen und der Wind war noch stärker als gestern. Dazu kam, dass schon fast die ganze World Class wieder am Boden war, und auch von den anderen mussten ein paar Piloten einen zweiten Versuch starten. Nicht gerade motivierend. Nach dem Start ging es dann jedoch erstaunlich gut. Wir flogen als letzte ab, holten die anderen bald ein, wenn auch etwas tief. Nachdem wir wieder oben waren, wollten wir mit den anderen weiter fliegen. Dies war dann aber einiges schwieriger als gedacht, da jeder in eine andere Richtung flog. So kam es wieder wie gestern, dass wir alleine weiterfliegen mussten. Nach der zweiten Wende trafen wir auf den slowenischen Doppelsitzer. Da wir unser Wasser noch hatten konnten wir schneller als die Slowenen vorfliegen und sahen ab und zu noch andere Flieger. Nach der dritten Wende kam uns der Boden schon sehr nah und wir beschäftigten uns mit der Suche nach einem Aussenlandefeld. Als wir auch oberhalb der Waldkante nichts mehr fanden, mussten wir notgedrungen ins Feld. Für litauische Verhältnisse ein sehr gutes Feld. Den Frust über die Aussenlandung wurde uns dann von einer alten Litauerin genommen, welche uns zuerst Wasser, dann Milch und zum Schluss noch Kaffee anbot. Auch liess sie es sich nicht nehmen, ihre ganze Verwandschaft und die Polizei anzurufen. Die Polizei kam dann zum Glück nicht, und wieso sollte uns bei der Rückfahrt noch klar werden…Die HAUPTstrasse, an welcher wir landeten, bestand nämlich aus tiefen Löchern und Rillen, da fährt niemand freiwillig durch. Die Rückholerin brauchte weniger lang als gedacht, und auch das Einräumen des Fliegers war ziemlich schnell Geschichte, sodass wir uns bald auf den Heimweg machen konnten. Wieder 7Km zurück auf der Holperstrasse und dann noch 2h Autobahn…Wieder auf dem Flugplatz angekommen konnten wir jedoch feststellen, dass gut ein Drittel unserer Klasse ins Feld musste. Immerhin etwas dachten wir, und gingen müde nach Hause!

1.Tag EM Pociunai 26.07.09

Montag, den 27. Juli 2009 von René Schneebeli

Heute hat die EM in Pociunai begonnen. Am Morgen wurde ein AAT-Task Richtung Nordosten ausgeschrieben. Die Wetteraussichten, am Nachmittag lokale Gewitter und Wind mit 20 – 30 km/h aus West. Bei der Startaufstellung erhalten wir einen der Tracker, um unseren Flug auf der offiziellen Homepage mit zu verfolgen. Noch mehr Elektronik im Flugzeug, zum Glück sind keine Kabel dran! Nach dem Start des halben Feldes wird schon ein Unterbruch gemacht um das Vorbeiziehen des Gewitters abzuwarten. Adi und ich sitzen im Flugzeug, bei welchem durch den Regen das Capot beschlägt. Um nicht nass zu werden, holen wir die Infos der Aussenwelt über Funk. Etwas später geht’s dann wirklich los. Mit einigermassen guten Steigwerten im Warteraum beginnt der Abflugpoker. Stefan welcher in der Standardklasse fliegt ist schon über die Startlinie. Wir wollen mit einigen Teilnehmern unserer Klasse abfliegen. Doch wies so kommt, oben fliegen sie los und bis wir oben sind, beginnt die Wolke zu regnen, und wir müssen alleine abfliegen. Etwas harzig läuft die Sache schon, doch mit einigen Thermikbojen aus allen Klassen kommen wir noch voran. Bei der nördlichsten Wende können wir mit einigen Konkurrenten eine Wolkenstrasse mit hoher Geschwindigkeit abfliegen. Als uns die Zeit der 2,5 Stundenaufgabe und das näher rückende Ende des Wendekreises zum drehen zwingt, fliegen wir unter der Wolkenstrasse ein Stück zurück. Jetzt nur noch gut 100 km nach Pociunai. Doch gerade diese Strecke hat’s in sich! Wir fliegen wieder ganz alleine, keine anderen Flugzeuge, welche uns einen Schlauch zeigen in Sicht. Nach vier Wolken die uns nicht hochbringen, finden wir uns mit 200 m Grund in einem Nullschieber wieder. Wasser marsch, unsere Kiste ist nun leicht und wir Steigen langsam wieder hoch. Oben angekommen, schleichen wir mit schwachen Steigwerten zwischen Regenfällen zurück zum Flugplatz. Durch eine Regenwand hindurch, setzen wir mit einer halben Stunde Verspätung auf dem Flugplatz auf. Uff geschafft, war unser erster Gedanke!

Bilanz in der Standardklasse nach Tag 1: grober Schaden abgewendet

Montag, den 27. Juli 2009 von Stefan Leutenegger

Es war ein typischer Segelflugwettbewerbstag: schon auf dem Grid begann es heftig zu regnen. Schnell alle Löcher abkleben und unter den Flügel fliehen. Dasselbe hatte sich ein Hund gedacht: er gesellte sich zu mir um sofort sein klatschnasses Fell auszuschütteln. Super. Durchnässt und mit nassem Flugzeug startete ich den schwarzen Wolken entgegen.

Da ich dachte, es könne jeden Moment eine Sintflut über Litauen hereinbrechen, flog ich sofort ab auf den 2.5-Stunden-AAT Richtung Nordosten. Alleine – egal, wer braucht schon andere Flugzeuge. Unter dem ersten Cumulus traf ich zum Glück die Belgier und flog mit ihnen weiter. Einen Aufwind wollte ich allerdings auslassen und das war ein Fehler. Der Höhenmesser kam immer näher an 0, ich musste umdrehen, noch eine letzt Waldecke ausprobieren, sonst landen. Doch siehe da, es ging aufwärts! Aus 170m Grund ausgegraben, minus 15 Minuten, minus 150 Punkte (geschätzt). Von da an war ich definitiv allein und in der unzuverlässigen Thermik war das nur unvernünftig – aber was soll man schon machen. Etwas vorsichtiger flog ich die Aufgabe ab, mal schneller mal langsamer, aber wenigstens nach Hause.

Etwas später sollte sich herausstellen, dass es in der Standardklasse beide Vertreter der Segelflugnation Frankreich gelandet hat. Was mich betrifft, so ist einiges an Punkten verloren, aber gröberer Schaden abgewendet. Man muss es positiv sehen: morgen wird sicher niemand nachfliegen!

9. Wertung 9.7.

Donnerstag, den 9. Juli 2009 von Markus Gäumann

Das Anlasserproblem konnten wir gestern beheben, es war “nur” eine lose Polklemme. Dazwischen immer wieder ein Blick zum Himmel. Ich glaube der Ruhetag war der bisher beste Tag. Kein Regen, keine Gewitter, keine Ausbreitungen. Wie muss das einfach sein, an so einem Tag zu segelfliegen.

Heute war das natürlich wieder ganz anders. Das übliche Bild mit Schauern schon vor dem Abflug. Es war gar nicht einfach im Warteraum in einer guten Position abzufliegen. Entweder war man oben-dann sah es auf Kurs schlecht aus- oder man war zu tief zum Abfliegen, dafür sah der 1. Schenkel super aus. Ich war mit dem Pulk unterwegs und konnte gut vorne mithalten. 40km vor der 2.Wende im Norden, nur noch eintöniges Grau auf Kurs, entschied ich mich für einen Umweg. Ich konnte denn auch mit über 3m/s steigen und entlang einem Schauer geradeausfliegen. Trotzdem war ich an der Wende etwa 5km hinter dem Pulk. Wie haben die das bloss gemacht? Nach einer längeren Hangsegelflugübung, wo ich den Kontakt verlor, ging es mit Rückenwind zur letzten Wende und unter einer Gewitterwurst mit einem wunderschönen Regenbogen nach Nitra zurück. 5 Minuten vor dem Wolkenbruch landete ich.

8.Wertung 6.7.

Dienstag, den 7. Juli 2009 von Markus Gäumann

Die B-Aufgabe wird wegen der im Westen aufziehenden Ci-Bewölkung aktiviert. AAT mit Radien von bis 30km. Im Warteraum werden die Aufwinde deutlich schwächer, man kommt schlecht bis zur Basis auf 1900m hoch. Ich beschliesse abzufliegen, obschon ich keine anderen Offenen Gleiter sehe. Es läuft nicht schlecht, bisher kein Aufwind unter 3m/s, wenn ich auch zum Teil unter den grossen Cu das Zentrum suchen muss. Die Frage ist, wie es wohl im 140km entfernten nördlichen Gebiet aussieht. Davon hängt ja mein Entscheid, wie weit ich nach Süden fliegen soll, ab. Weiss ich natürlich nicht. Ich wende also recht früh, um nicht im Norden zu spät anzukommen. Ich bin dann aber so früh im 2.Gebiet, dass ich wohl oder übel noch etwas weiter als geplant fliegen muss. Ich enscheide mich dafür für den östlichen Teil des Sektors. Leider waren alle diese Überlegungen und Enscheide falsch. Die Cu zerfallen vor meiner Nase, ich beginne zu basteln und verliere viel Zeit, was bei einem Siegerschnitt von 130km/h natürlich eine Ranglistenkatastrophe auslöst. Dafür hatte ich heute das Vergnügen hinter einer Turbo-Smelak einen Schlepp mit so gegen 6m/s zu geniessen. Mein Anlasser funktionierte nicht. Wir haben aber morgen am Ruhetag Zeit das Problem zu lösen.

Safety beim Wettbewerbsfliegen

Montag, den 6. Juli 2009 von admin

Wisi Bissig hat im Forum eine Diskussion über die Sicherheit beim Wettbewerbsfliegen angefangen.

7. Wertung 5.7.

Sonntag, den 5. Juli 2009 von Markus Gäumann

Heuten ist so schnell erzählt wie geflogen: zuerst Cu dann Cb dann Regen. Man lernt nie aus: Auf dem ersten Schenkel verlasse ich meine Kollegen, die für mich zu weit rechts fliegen. Siehe da, ich treffe einen 5,9m/s Schlauch! Blitzartig bin ich an der Basis. Ich schaue auf den ipaq um die Ausflugrichtung zu treffen, es gelingt super, genau auf dem Strich. Aber irgendwas ist auf den zweiten Blick komisch. Das Flugzeugsymbol auf dem Display zeigt zur Startlinie. Ist der ipaq wieder mal abgestürzt? Komisch auch der Zander zeigt so komische Kurszahlen an. Sogar der Kompass zeigt 180 Grad falsch! Da muss der Fehler wohl unter dem Segelfliegerhut liegen! Ich wende scharf und hole den Pulk trotzdem locker wieder ein.

6.Wertung 4.7.

Sonntag, den 5. Juli 2009 von Markus Gäumann

605km Speed 3 Länderaufgabe: Sovakei, Tschechien und Ungarn

Als Nitra-Neuling staunte ich nicht schlecht, wie hoch und wild die hohe Tatra wirklich ist. Mit der bescheidenen Basis von 2100 m eine richtige Mauer. Die Gipfel sind in den Wolken und sogar ein paar Schneeflecken hat es noch in den Runsen. Ich verliere am Start gleich eine Viertelstunde in den Hügeln östlich Nitra, vor der ersten Wende übe ich noch etwas Hangsegeln, dann in den richtigen Bergen läuft es besser. Ich kann die Engländer, die mich links überholten wieder aufholen und den Rest der Aufgabe fliegen wir zusammen. Riesige Abschirmungen und am Schluss ein Endanflug über 90km mit 200m Reserve würzen den Flug. Es war harte Arbeit!