Archiv der Kategorie ‘Piloten Berichte‘

4.Wertung 2.7. Aussenlandung!

Sonntag, den 5. Juli 2009 von Markus Gäumann

Am Morgen das gleiche Wetterbild wie die vorherigen Tage: Dunstig, schon sehr warm, erste Cb im NO, dazu über dem Platz ein Stratusdeckel, der sich gegen Mittag auflöst. Die Aufgabe auch wie gehabt, eine AAT mit grossen Kreisen in den O und S. Zum letzten Sektor, der mal zur Abwechslung nicht in einem Regenschauer, sondern mitten in einer blauen Störung liegt, gleite ich von den letzten Wolken auf 2100m ab, ohne auch nur ein Rütteln bis auf 900m. Zurück zu den Wolken reicht es nicht. Ich finde auf 400m ein paar mickrige Schläuchlein und rette mich schliesslich unter einige Wolkenfetzen. Steigen gut 1m/s. Plötzlich tauchen die Engländer auf, ich hatte schon das Gefühl total abgehängt zu sein. Noch 75 km mit bis Nitra, sollten zu schaffen sein. Wasser ist keins mehr im Flügel, ist aber nicht so schlimm, da ein leichter Rückenwind herrscht. Ich steige aber etwas schlechter als die anderen und entscheide mich tiefer trotzdem abzufliegen. Ca 100m unter Gleitpfad mit MC 0.8. Genau auf Kurs jetzt eine Wolkenstrasse, wo ich dann die nötige Reserve aufbauen will. Zusammen mit dem Holländer, der etwa 100m höher ist, fliegen wir unter den Wolken. Einmal Kreisen in 1m/s bringt mich auf +100m. Das war es dann. Trotz guter Optik null Steigen, am Ende der Strasse regnet es aus, auch hier nichts. Ab jetzt nur noch grau. Ich putze noch den Flügel um die letzte Gleitzahl rauszukitzeln, promt verhakt sich der Mückenputzer im Querruder. Mit viel Glück kann ich ihn mit Schütteln und maximalen Ausschlägen wieder mobilisieren. Immer noch knapp auf Gleitpfad geht es an der Sperrzone am KKW vorbei. Rund um Nitra ist eigentlich jedes Feld aus jeder Richtung landbar. Das einzige Problem ist der Bewuchs. Im Moment hat es absolut keine abgeernteten Felder. Die Auswahl: Weizen ist etwa kniehoch, das Mais ungefähr 1m und die Sonnenblumen 2m. Als Zielline gilt ein Kreis mit Radius 3km um den Flugplatz. Wird dieser erreicht, gilt die Aufgabe als erfüllt. Meine Reserve schrumpft, ich stelle mich auf einen Motorstart oder eine Aussenlandung ein. Ich möchte aber versuchen noch in den Zielkreis zu gelangen. Da aber kurz vor dem Platz noch ein sanfter, ca 90m hoher Buckel ist wird es knapp. Ich bereite den Motorstart vor, sehe aber dann, dass es eigentlich knapp über den Hügel reichen sollte. Den Motor könnte ich dann auf der anderen Seite sicher starten. Als ich sehe, dass es halt doch nicht reicht, bin ich gegen das leicht ansteigende Gelände zu tief für einen Motorstart und die Aussenlandung in leicht ansteigenden 20m Korn 80m Gras und als Schlussbremse 10m Sonnenblumen passiert 7km vor Nitra und 3km vor dem Zielkreis mit 120m über Platz..

Ist überhaupt nicht meine EM!

Samstag, den 4. Juli 2009 von Werner Danz

Samstagmorgen, 05 00 Uhr Guäta morgä zämä, es klappt überhaupt nichts bei mir, auch der Internetzugang auf meinem Compi wollte bis heute morgen nicht. Zudem bin ich bis jetzt, bei diesem Würfelwetter, völlig neben den Schuhen geflogen. Am ersten Tag hat es mich runter geregnet in ein Kornfeld rein, die zweite Aussenlandung, am 3. Tag war konfortabeler, auf einem schon geernteten Erbsenfeld, so gross wie ein halber Flugplatz. Ich werde mir die restlichen Tage Mühe geben, um den letzten Platz auf der Rangliste abgeben zu können. Uebrigens, wenn alle nur forderste Ränge hätten, gäbe es am Ende des Wettbewerbs ja gar keinen Sieger, also braucht es auch solche die hinten in der Rangliste stehen, oder wie seht ihr das?? Gruss, Werni

2.Wertung 30.06

Dienstag, den 30. Juni 2009 von Markus Gäumann

…..und natürlich wieder eine AAT Aufgabe. Das Wetter immer noch sehr labil, schwül und feucht, Gewitter sind ab 1600 Uhr zu erwarten. Als Variante heute ein Stratusdeckel, der mitten im Hochschleppen von SO her aufzog und die ersten zarten Cumuli zerstörte. Ich war in der letzten Startreihe und hatte somit den Vorteil eines langen Anlaufs. Das zusätzlich geladene Wasser habe ich dann aber sogleich im Warteraum im ersten absterbenden Schlauch abgelassen. Zur Startlinieneröffnung war ich aber dann auch oben. Ans Abfliegen war nicht zu denken; grau, hellgrau und dunkelgrau in Richtung erstes WP-Gebiet. Mehr als 2 Stunden warten um die Startlinie, drei Abflugversuche, bis es endlich losgeht. Mittlerweile hat sich der Stratus aufgelöst und Cu und auch erste Cb bilden sich. Es läuft recht gut bis 20km vor den ersten Kreis, ab hier ins Blaue gleiten, 20km zurückgleiten und wieder mit etwa 2,5m/s zur Basis auf 1700m. Im NW vor einem Gewitter die Böenfront abfräsen und wieder zurück in den SSO. Hier überall noch isolierte Schauer. Ich fliege nach Rechner bis ich auf km 70 mit 4 Minuten Reserve auf meine 2 Stunden Wertungszeit umkehre. Oha lätz, die Schauer sind zusammengewachsen, ich muss einen Umweg im Westen fliegen, mein Zeitplan und der Schnitt sind ins Wasser gefallen. Mit viel (unnötiger) Reserve schaffe ich es ohne Regen nach Nitra. Fazit: Der Abflugzeitpunkt war gut gewählt, ich war mit den falschen Leuten unterwegs und habe mich selber mit einem zu optimistischen letzten Schenkel ausgebremst. Ist aber trotzdem o.k, der Schaden ist nicht allzugross.

1.Wertung 29.06.

Montag, den 29. Juni 2009 von Markus Gäumann

Pünktlicher Start um 1130, die Basis beim Abflug ca. 1400m. Ich versuche mit den Engländern abzufliegen, verliere sie jedoch im Nebel. Ich fliege alleine ab, mache einen unmotivierten Schlenker nach Osten, der Abflug ist aber o.k.

Vor der Donau sinkt die Basis ab, ich treffe die Deutschen, zusammen fliegen wir ans Ende des 1.Sektors.

Nur nicht rückwärts schauen, in Richtung Nitra regnet es bereits, aber ich muss ja zum Glück zuerst noch nach NO in den 2. Sektor.

Vor einer Schauerlinie kann ich mit fast 3m/s auf Endanflughöhe steigen. Ich kratze den 2.Sektor nur an und fliege mit viel Sicherheitshöhe zwischen und durch Regenschauer nach Hause. Ich glaube die Routenwahl vom 1. zum 2. Sektor war nicht optimal, bin aber einigermassen zufrieden. Flüge bei so labilen Verhältnissen sind eben auch Glücksache.

Marcel ist auch in Nitra gelandet, Werni hatte leider mit einer Aussenlandung viel Pech.

Training 28.06.

Montag, den 29. Juni 2009 von Markus Gäumann

Gestern kam ich doch noch zu meinem ersten Flug über der Slowakei.

Am Morgen noch schwere Schauer, Mittags nur noch Regen und als wir um 1500 Uhr aus dem Supermarkt kamen, schien fast die Sonne.

Ich beschloss die 0,01% Chance von Werni auszunutzen und die nähere Umgebung von oben zu inspizieren. Vorsichtshalber reduzierte ich trotz der 1080m langen Piste das Gewicht auf 800kg. Mit zwei kräftigen Schiebern setzte sich der Nimbus widerwillig in Bewegung und hob 200m vor Pistenende ab. Die Basis war 600m und stieg dann 45km östlich auf 1200m.

Nur knapp verpasste ich den Anfang der Eröffnungszeremonie, hatte aber meinen Trainingsflug.

2. und letzter Trainingstag an der EM in Nitra

Sonntag, den 28. Juni 2009 von Werner Danz

Hoi zämä, heute wäre eigentlich das 2. offizielle Training angesagt. Das Wetter ist aber oberverschi…. mit Dauer- und typischem Landregen. Um 11′00 Uhr ist das Briefing angesagt. Heute gibts zu 99.9% nichts zum Fliegen. Heute Abend um ca. 19′00 Uhr haben wir die Eröffnungszeremonie beim Theater in Nitra. Wünsche euch allen einen schönen Flugtag. In der Schweiz sieht es ja relativ gut fliegbar aus. Gruss, Werni

1. offizieller Trainingstag an der EM in Nitra

Samstag, den 27. Juni 2009 von Werner Danz

Samstagabend, 21’00 Uhr Hallo zämä. gestern Freitag sind noch Markus mit Helfer Willi und auch unser Teamkäpten Felix Kaiser in Nitra auf dem Flugplatz eingetroffen; somit ist das CH-Team jetzt vollständig. Marcel mit Familie und Helfer campiert seit Montag auf dem Flugplatz. Der Rest, das sind Markus mit Willi, Felix und ich (Werni) mit Tina und Lora, logieren am Fusse des Zobors in einer gemütlichen Pension mit Restaurant. Heute morgen um Punkt 08′00 Uhr haben wir uns zum Morgenessen im Restaurant getroffen. Das Morgenessen war noch nicht der totale Heuler, aber mit gut zureden werden wir dies auch noch durchorganisieren. Zu diesem Zeitpunkt war der Himmel so mit einwenig undefinierbarem Geschlirp überzogen und in der Ebene hatte es immer noch einwenig Bodennebel, welcher sich langsam begann aufzulösen. Eigentlich waren wir bereit, um heute einen Trainingstask zu fliegen. Bis gegen elf Uhr hatts immer noch relativ optimistisch für die am Briefing veteilte AAT-Aufgabe (200- ca. 400km) ausgesehen. Aber schon bald sind im Nordosten hohe Wolkentürme aufgeschossen, welche unsere Traingsträume relativ zügig schwinden liessen. Zum Zeitvertreib haben Markus und ich, als letzte des CH-Teams, noch die Technische Abnahme inkl.Wägung der Flugzeuge durchgeführt. Marcel war wenigstens heute schon zum zweiten Mal auf dem Grid mit seinem Flieger. Aber um die Mittagszeit wurde es im Osten und Südosten immer dunkler und man konnte so langsam daran denken, das Flugzeug zu entwässern und die Regentücher aufzuziehen. Um ca. 14′00 Uhr zog nördlich des Platzes, über den ZOBOR hinweg, das erste Gewitter durch. Somit war der Tag gelaufen. Die voreiligen Piloten auf dem Grid sind enttäuscht von der kleinen Ausbeute, unverichteter Dinge wieder abgezogen. Hoffen wir auf den morgigen, letzten Tainingstag, welcher aber gemäss Prognose auch nicht vielversprechend aussieht. Am Montag beginnt die EM und ein Trainingstag zur Angewöhnung wäre nicht soo schlecht! Gruss, Werni

Europameisterschaft 15m, 18m und offene Klasse

Freitag, den 26. Juni 2009 von admin

Am Montag beginnt die Europameisterschaft 2009 in Nitra (Slowakei). Die Schweiz ist mit 3 Piloten vertreten. In der 18m Klasse fliegen Marcel Dünner (MD ASG 29/18m) und Werni Danz (BT Antares/18m). Markus Gäumann (NB Nimbus 4M) fliegt in der offenen Klasse. Der Team Captain ist Felix Kaiser. Als Reservepilot steht Fredy Zulliger zur Verfügung. In der 15m Klasse ist die Schweiz nicht vertreten.

Morgen und Übermorgen wird offiziell trainiert. Am Sonntagabend findet die Eröffnungsfeier statt und der Montag ist der erste Wertungstag.

Ein Hoch auf die Köche!

Samstag, den 13. Juni 2009 von Dirk Reich

Der letzte Wertungstag ist vorbei und auch dieser hatte es in sich!

Von den Flügen und der Warmluft haben wir jedoch diese Woche bereits genügend gesprochen. Dieser Abschlussbericht gilt den Veranstaltern und insbesondere den Köchen. Die SM in Schänis ist der erste Wettbewerb, bei dem ich deutlich an Gewicht zugelegt habe! Jeden Abend ein 4-Gang Menue, Gott sei Dank haben wir auch ein paar mal neutralisiert, so dass ich an diesen Tagn fasten konnte.

Selbst wenn die Fronten häufig in Schänis parkieren, ist Schänis aus kulinarischen Gründen auf jeden fall eine Reise Wert. Sollte einmal kein Wettbewerb sein, lohnt sich auf jeden Fall die Ausenlandung für einen Coup Romanof im Flugplatzrestaurant.

Den Organisatoren und den vielen fleissigen Helfern, insebsondere aber nicht nur in der Küche, nochmals ein grosses Dankeschön. Es hat uns allen bei Euch gefallen!

Totalverlust

Freitag, den 12. Juni 2009 von Silvan Gacond

Heute war definitiv nicht mein Glückstag, obwohl alles eigentlich sehr gut anfing:

Vor der Startlinie war in unserem eigentlich bewährten Team per Funk eine kleine Diskussion über den Abflugzeitpunkt im Gange. Viele wollten gerade nach Öffnung los, da wieder ein Cirrenschirm in Sicht war. Chrigu und ich waren ein wenig optimistischer und haben noch ein wenig gewartet und beobachtet was so passiert. Die anderen erwischten einen schlechten Abflug da der Pulk ziemlich gross war und sie vor der Linie nicht richtig auf Höhe kamen. Wir flogen dann ca. 10 Minuten später ab, was sich zu dem Zeitpunkt als sehr gute Entscheidung entpuppte. Wir hatten eine gute Höhe und konnten gleich beim Start einiges gut machen.

Trotz starkem Wind, engen Schläuchen und starkem Saufen beim Vorflug, erwischten wir den ersten Schenkel eigentlich sehr gut und auch die Stimmung unter unserem Capot war super. Obwohl wir die anderen von schlechteren Bedingungen erzählen hörten, liessen wir uns in unserem Optimismus nicht bremsen und kamen gut Vorwärts. Trotz einiger Tiefpunkte hatten wir in den Aufwinden konstant gutes Steigen und auch auf Kurs schaute es nicht schlecht aus. Als dann der Cirrenschirm wirklich kam, erwischte es uns aber auf dem linken Fuss. Der kapitale Fehler war, dass wir beim Vorflug vom Hallwilersee in Richtung Gösgen eine klare Fehlentscheidung fällten und die ein wenig ab vom Kurs gelegene Wolkenstrasse zu wenig konsequent ausflogen und uns so in Stockwerke begaben, in denen man keine Fehler mehr machen durfte.

So kam’s wie’s kommen musste. In Gösgen erwischten wir den rettenden Aufwind nicht mehr und mussten den schönen Duo bei den Kühen parkieren. Zu allem Übel erst noch in einem kniehoch bewachsenen Kornfeld, das zwar vom Anflug her sehr sicher anfliegbar war, aber uns vom Bewuchs her sehr apprupt zum Stillstand brachte. Die Konsequenz war ein kleiner Schaden am Duo (Rückholfeder des äusseren Querruders ausgehängt, der Duo-Klassiker). Hoffentlich kriegen wir das morgen wieder hin.

Das Rennen ist nun für mich praktisch gelaufen. Jetzt gilt es den heutigen Tag abzuhaken, morgen mit frischem Elan wieder an die Sache zu gehen und das beste aus dem letzten Tag rauszuholen. Wettbewerbsfliegen ist zu schön um sich von solchen Maleuren unterkriegen zu lassen.