Archiv der Kategorie ‘Plausch‘

Resultate SGS Winter Cup: Runde 1

Mittwoch, den 25. November 2009 von Ulrich Niggli

Heute wurde die erste Runde des SG Solothurn Winter Cup ausgetragen. Die Aufgabe wurde per Zufall aus einer Reihe bekannter Tasks ausgewählt. Es musste eine Strecke im Jura geflogen werden. Gestartet wurde in Les Eplatures, gelandet in Montricher (In Condor ist sowas halt möglich!). Durch die Teilnahme von 15 Piloten war das Rennen sehr spannend!

Link zur Aufgabe

Die guten Wetterbedingungen erlaubten hohe Schnittgeschwindigkeiten, die meisten Teilnehmer hatten die Wassertanks gefüllt. Dominiert wurde das Rennen nicht von Piloten der SG Solothurn, sondern von erfahrenen Condor-Piloten. Ich selber konnte nicht ganz mithalten, wegen einem taktischen Fehler musste ich in 2-3 schwächeren Aufwinden Höhe gewinnen. Walter Jaeggi hatte PC-Probleme und verlor die Verbindung zum Server. Vielleicht waren noch weitere SGS-Vertreter dabei, meldet euch wenn ihr hinter einem Pseudonym steckt.

Trotz der Bombenthermik waren Aussenlandungen zu verzeichnen, was aber eher auf die Flugtaktik als aufs Wetter zu schieben ist ;)

Die maximale Teilnehmerzahl des Servers wurde leider mit 16 Piloten erreicht, das nächste Mal wird diese auf 20 eingestellt. Die Verbindung sollte trotzdem ausreichen.

Hier noch ein paar Impressionen, während dem Wettbewerb hatte ich leider keine Zeit um Bilder zu machen. Für das nächste Mal verspreche ich spannendere “Fotos”!

Ich danke euch für die Teilnahme und freue mich auf Runde 2 am 9.Dezember 2009 um 19.45 Uhr!

SGS Winter Cup 2009/2010: Screenshot 1 PB in der Landekurve Absterbende Thermik nach der Landung

GliderCup, dritter Flugtag

Sonntag, den 31. Mai 2009 von Ernst Willi

Unerreichbarer Jaunpass, Bise und Hammerwetter über dem östlichen Haupt-Alpenkamm

Schwieriger Start

Grossandrang am morgendlichen Briefing in Schänis. Sechs Doppelsitzer-Besatzungen werden zusammengestellt. Alles, was fliegt, geht heute in die Luft. Bei der Ausschreibung ‚Jaunpass-Einsiedeln’ haben wir diesmal aber zünftig in die falsche Schublade gegriffen. Dass der Jaunpass nicht erreichbar sein würde, wird schon im Schlepp sichtbar. Eine dicke Abdeckung, wie mit einem grossen Käsemesser abgeschnitten, liegt westlich einer Linie vom Urnerland Richtung Bern. Also genau in der Richtung unseres ersten Wendepunktes. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich auflöst, scheint gering. Dazu droht der Flugtag überhaupt nicht herzugeben, was die Wetterprognose verspricht. Mit allerhand Mühe können sich das gute Dutzend teilnehmender Flugzeuge im Raum Oberseetal und am Bisenhang zwischen Pfäffikon und Reichenburg überhaupt in der Luft halten. Eine Inversion auf etwa 2′000 Meter verhindert zudem das Erreichen einer vernünftigen Abflughöhe, um in bessere Gebiete flüchten zu können. Am Funk bleibt es verdächtig still, die früher Gestarteten sind entweder schon so weit weg, dass sie uns nicht mehr hören – oder mit einer frühen Landung beschäftigt? Letzteres wäre die richtige Antwort gewesen, wie sich abends zeigt. Als Sofortmassnahme ziehe ich den Wasserhahn und giesse die Alpenblumen an der mittleren Oberseetal-Krete.

Mit Urs Isler und Markus von der Crone zusammen erwischen wir auf der Nordostseite (!) des Wiggis einen dünnen Aufwind, der als Bise-/Hangwind die Inversion um etwa 200 Meter durchschlägt. Das reicht, um aus diesem ‚Kochtopf’ namens Oberseetal zu entwischen. Zusammen gleiten wir nach Westen, der Abdeckung entgegen. Markus wählt einen nördlicheren Weg, ich versuche es weiter in den Voralpen, den Südkreten entlang. Wir treffen uns am Ende knapp über den Hügeln des Alpthals in einem engen 1-Meter-Aufwind, der uns wieder auf 1′900 Meter hebt. Markus segelt optimistisch gen Rossberg und Rigi. Tatsächlich wird die Situation langsam besser, bis zum Verkehrshaus in Luzern kommen wir problemlos voran. Auf dem Zugersee stehen die Segelboote schräg in der offensichtlich starken Bise wie die Teilnehmer der Vendée-Globe-Segelregatta im Südatlantik. Trotzdem ist es oben an der Rigi ruhig. Mysteriös.

Kein Durchkommen nach Westen

Nach Westen sieht die Lage dann vollends düster aus. Am Pilatus kleben auf der Nordostseite ein paar dünne Wolken, über dem Entlebuch ist es ‚noch Nacht’. Die ersten sichtbaren Wolkenfetzen hängen westlich von Sursee. Das wird wohl definitiv nichts mit dem Jaunpass heute… Das bedeutet für unseren GliderCup, dass es vermutlich nicht mehr darum geht, die heutige Aufgabe zu vollenden, sondern mit möglichst langer Distanz zu punkten. Wir entschliessen uns deshalb zu einem Strategie-Wechsel. Wir brechen diese Übung über dem Verkehrshaus Luzern ab, um keine Aussenlandung zwischen Luzern und Thun zu provozieren. Bei der Gelegenheit schiesst mir auch noch durch den Kopf, dass ich ja mein Portemonnaie im Auto liegen gelassen habe (tolle Startvorbereitung!). Nur mit dem Handy bewaffnet ist es dann doch schwierig, aussenzulanden…

Eine Insel ‚guter Luft’

Der Weg zurück in die Voralpen läuft problemlos. An den Mythen bei Schwyz erreichen wir unter den zerrissenen Wolkenfetzen 2′000 Meter, das reicht, um über dem Hoch Ybrig eine Etage höher zu klettern: bis auf 2′300 Meter gehen die Aufwinde bei der Bergstation jetzt. Markus wählt einen andern Weg und saust zielstrebig über die Kreten des Muotathales, um dann Richung Nordosten über das Wägital die Linthebene zu queren. Er kann beim Regelstein wieder einfädeln, fliegt noch bis an den Säntis und landet danach früh.

Damit entgeht ihm und seinem Passagier allerdings der spannendere Teil des Fluges. Beim Einflug ins Klöntal ist eine andere Luftmasse erkennbar. Saubere, klare Kaltluft. Die Wolken haben eine klare Struktur, dunkle Böden und kleben ‚astronomisch’ hoch. Nach Osten sieht es prächtig aus. Ich drehe im Klöntal so hoch hinauf wie es geht (wieder 2′300 Meter) und schleiche den Kreten entlang ins Sernftal. Am Gufelstock kann ich auf 2′000 Metern in einem 2-Meter-Aufwind auf der Ostseite etwas dazunehmen und erreiche den Bützistock weit unter der Krete. Vor wenigen Wochen sind wir hier noch mit den Tourenskis auf dem ‚Sunnähöreli’ gestanden und haben den Pulverschnee genossen. Heute geniesse ich ganz auf der Ostseite den ersten 3-Meter-Aufwind. Der trägt mich komfortabel auf 2′800 Meter hinauf. Das sind ja völlig neue Perspektiven. Der Rest ist dann schnell erzählt. Ich hüpfe wie sonst im Hochsommer den Wolken über dem Ringelspitz, über den Fideriser Heubergen und dem Jakobshorn nach ins Engadin. Hier steht die Basis auf über 4′500 Meter. Booaaahhh! Der Aufwind des Tages steht auf der Südseite von Fuldera im Münstertal. Er trägt mit über 5 Metern pro Sekunde auf 4′500 Meter hinauf. Die Wetteroptik in Richtung Tonalepass und Meran sieht hervorragend aus. Welch ein Gegensatz zu der Luft im Raum Luzern!

Südtirol statt Jaunpass

Am Funk sind Mike Schwitter (OI) und Markus Gemperle (FT) zu hören. Sie sausen durch’s Südtirol in die Dolomiten. Dahin möchte ich auch gern. Mit meiner astronomischen Höhe bin ich zwar subito in Meran. Der Nordwind nimmt hier aber spürbar zu und zerreist die Thermik. Die Wolkenbasis ist etwa 1′000 Meter tiefer als in den Hochalpen, das ist aber noch immer komfortabel hoch für Südtiroler Verhältnisse. Hier habe ich von Lienz aus schon deutlich tiefer herumgeturnt – da musste ich allerdings am Ende auch nicht über die Alpen zurück nach Schänis. In den Sarntaler Alpen stehen noch immer verführerisch die Wolkenbänder Richtung Osten, die Oberkanten abgeschliffen vom Nordwind – ob es da etwa wellt?. Mike wendet irgendwo mitten in den Dolomiten. Ich denke wieder an mein Portemonnaie. Und den fehlenden Personalausweis, der genau genommen auch da drin ist. Der Grenzübertritt von Italien in die Schweiz ist bestimmt in der Luft einfacher. Ich wende also in Meran. Dann eben ‚keine Dolomiten’ heute.

Kanalisierter Nordostwind im Vinschgau

Der Rückweg durch’s Vinschgau ist nicht mehr so einfach wie der Hinweg. Der Nordwind wird durch die hohe Südkrete umgelenkt und kanalisiert. Das führt zu parallel angeströmten Hängen und gehackter Thermik. Wenigstens auf meiner Höhe, ich bin inzwischen noch auf knappen 3′000 Metern. Das ist eine deutlich andere Optik als jene aus 4′500 Metern über dem Ortler. Da hilft nur zurückschalten. In zerrissenen Aufwinden (plötzlich finde ich kein Zentrum mehr) turne ich ein paar Hundert Meter nach oben, um die besser eingestrahlten und angeströmten Hänge bei Prato zu erreichen. Dort kleben auch die schöneren Wolken als hier. Trotzdem nehme ich unterwegs einen unerwarteten Aufwind mitten in der blauen Luft mit. Zum Glück. Das war die Schlüsselstelle am späten Nachmittag. Ohne diesen Bart, der aus einer isolierten Geländemulde kommt, hätte ich meine schönen Wolken am Ortler wohl nicht mehr so leicht erreicht. Darunter ist nämlich später gar kein Aufwind zu lokalisieren.

Dafür geht bei Fuldera wieder die Post ab. Hier sind die Thermik-Tops weiterhin auf 4′500 Metern. Dass man nicht nur in Südfrankreich lange Endanflüge machen kann, beweist die heutige Wetter-Situation. Vom Ofenpass bis nach Schönenberg mache ich trotz meiner kleinen Spannweite keinen Kreis mehr, das Kretenpolieren vom Calanda bis ins Wägital ist trotz erster vereinzelter Schauer das pure Vergnügen. Ich nenne diese rassige Strecke durch die Glarner Alpen ‚Ziger-Highway’.

Vom Bisenhang aus 1′100 an den Ortler auf 4′500 Meter

Ausser Adrian Lutz und Roland Hürlimann, die beide auf einer ähnlichen Strecke an den Ortler fliegen, ist es an diesem seltsamen Flugtag den meisten nicht recht gelungen, aus der Inversion in den Voralpen in die deutlich bessere Luft der Alpen einzufliegen. Sie haben sich teilweise stundenlang mit ‚Aufwinden’ geärgert, die in drei Vierteln des Kreises nach unten und auf einem Viertel nach oben gezogen haben. Das Oberseetal ist bei manchen Logfiles flächendeckend grün eingefärbt, wie sich bei der abendlichen Präsentation der Flüge zeigt. Kein Quadratmeter wurde ausgelassen… Eine einzige Durchhalte-Übung. Roland hat ausser seinem Bruder Armin am meisten Ausdauer. Fast zwei Stunden poliert er zwischen Pfäffikon und Reichenburg den Bisenhang. Trotzdem ist es ihm am Schluss gelungen, den Ortler von oben zu sehen.

Tapenade zur Vorspeise

Wie immer rundet ein gemütliches, dreigängiges Nachtessen den GliderCup-Tag ab, während Roland Hürlimann gleichzeitig die Flüge auswertet. Fridli Jacober und seine Monika verwöhnen uns diesmal zur Vorspeise mit selber gemachter ‚Tapenade’ in vier Sorten, der heissgeliebten Oliven-Spezialität aus der Provence. Mit vollem Bauch und dem Kopf voller fliegerischer Eindrücke machen sich kurz vor Mitternacht die letzten GliderCup-TeilnehmerInnen auf den Heimweg.

Wetterkapriolen am GliderCup 002/2009

Freitag, den 22. Mai 2009 von Ernst Willi

Bei der zweiten Austragung des GliderCup sind die Wettberbedingungen doch erheblich besser als beim ersten Durchführungstag. Der offizielle Wetterbericht liess allerdings für Auffahrt Vieles offen. Von 80 km/h Wind im Mittelland über Föhn mit 90 km/ bei nur drei Hectopascal Druckdifferenz zwischen Alpen-Süd- und Nordseite sowie Gewittern ist alles zu haben. Das OK entschliesst sich unter diesen Umständen für die zweitkürzeste Flugaufgabe im Katalog: Durschlegi-Madrisa-Sargans-Durschlegi, insgesamt 125 km. Bei der Flugzeugverteilung ist beim heutigen Andrang auf die verfügbaren Doppelsitzer einige Kreativität gefragt, um für jeden Interessenten einen Fluglehrer oder Streckenfuchs als Begleitung zu finden. Bis auf zwei Angemeldete gelingt dies, dafür bleiben beinahe unsere brandneuen ASG-29 im Hangar stehen. Verrückte Welt!

Vorerst lässt uns eine dicke Abdeckung Zeit für ein ausgiebiges, verspätetes Frühstück und stressfreies Laden der Aufgabe in die Logger (gelingt diesmal bereits grossmehrheitlich). Bis auf ein paar Stromausfälle und GPS-Signaleverluste zwei Minuten vor dem Start und während des Fluges klappt die Technik fast überall. Die ersten Starts erfolgen kurz vor der Mittagszeit, die Abdeckung verzieht sich derweil ins Vorarlberg und Prättigau, während der prognostizierte Südwind nicht gerade mit 80 km/h, aber immerhin lau zu lüfteln beginnt (jedenfalls im oberen Drittel und knapp über den Kreten). Die folgenden zwei Stunden werden von den 18 TeilnehmerInnen genutzt, um über die Churfirsten ins Prättigau einzufädeln und die dort inzwischen gut angeblasenen Nordkreten des Rhätikons zum Erreichen des ersten Wendepunktes Klosters zu nutzen. Es geht darum, das richtige Zeitfenster zu finden, um den Kurs optimal zu umrunden. Vorn bremst die Abdeckung und das drohende Absaufen, hinten schiebt eine erste Gewitterfront. Dazwischen polieren die GliderCup-TeilnehmerInnen die Hänge der Churfisten und des Prättigaus. Der Rückweg ist für die später Gestarteten bereits ziemlich feucht und dunkel, in Schänis schaffen wir es nicht mehr, alle Segler vor den niedergehenden Schauern in den Hangar ins Trockene zu schieben. Glücklicherweise hält das tropische Klima nicht allzulange an, nach einer Stunde scheint bereits wieder die Sonne vom wolkenlosen Himmel, was uns die Möglichkeit gibt, das ganze angefeuchtete Gruppen-Flugmaterial mitsamt dem frisch gereinigten Personal ausgiebig nachzutrocknen.

Insgesamt haben wir wieder einen Flugtag nutzen können, bei dem die meisten TeilnehmerInnen wohl unter ‘normalen’ Umständen eher zu Hause geblieben wären. Das Sprintrennen gewonnen und taktisch am geschicktesten gelöst hat das Team Adrian Müller / Markus von der Crone vor Christoph Beguin / Ernst Willi. Auf dem dritten Rang landet heute Silvan Gacon mit seiner ASW 19, der sich mit einem Direkt-Anflug auf den Gonzen etwas verspekuliert hat und von tief unten wieder ausgraben muss, dann aber mächtig aufdreht.

Die Flüge werden wieder abends beim Apéro und Nachtessen über den Beamer allen gezeigt, was neben einem gehörigen Lerneffekt wegen der interessanten taktischen Entscheide auch den einen oder andern Lacher produziert. Martin Haller und Alfred Reist gewinnen so heute den Preis für die häufigsten Rheintal-Querungen. Die Unentwegten haben gleich dreimal versucht, vom Gonzen ins Prättigau vorzustossen und haben die Aufgabe insgesamt fast zweimal geflogen. Teilweise werden sie sich gefragt haben, ob es physikalisch möglich ist, dass Luft auch im Boden versinken könne… Urs Oettli hat wegen der Wetterkapriolen die Flugaufgabe gleich auf 200 km ausgedehnt, die Umwege haben sich zwar nicht in der Rangliste niedergeschlagen, aber sich insofern gelohnt, dass er abends rechtzeitig zum Apéro trockenen Fusses wieder in schänis gewesen ist.

Für den kulinarischen Höhepunkt sorgen wieder Fridli Jacober und seine Frau Monika. Sie verwöhnen diesmal über 30 Gäste und GliderCup-PilotInnen in der umgebauten Werkstatt mit einem veritablen Dreigänger. Auch hier steigert sich der GliderCup wie das Wetter von Mal zu Mal! Herzlichen Dank allen, die zum Gelingen des Anlasses beigetragen haben!

Ernst Willi

GliderCup I / 2009

Dienstag, den 12. Mai 2009 von Ernst Willi

Wetterbericht | Wetterkarte | Aufgabe | Die Rangliste

Resultate 1. Wettbewerbstag

NSFW Liga OLC
Vorname Name Flugzeugtyp Immatr. WBZ Index Geschw. Km Geschw. Km W Punkte R Punkte
Ernst Willi Duo Discus 3193 SL 110 44.76 119.99 34.58 119.99 120 10
Alfred Reist Duo Discus 3193 SL 110 44.76 119.99 34.58 119.99 120 10
Thomas Stemmler ASW28-18 3403 7S 114 36.29 89.76 26.73 89.76 90 6
Stanislav Kral Janus C 3084 GH 108 46.89 81.35 20.65 81.35 81 5
Roland Hürlimann Duo Discus 3350 SV 110 37.32 69.41 18.65 69.41 69 4
Jud Ferdi Duo Discus 3350 SV 110 37.32 69.41 18.65 69.41 69 4
Christophe Béguin DuoDiscusX 3416 SG 110 32.35 64.96 18.69 64.96 65 2
Peter Schmid DuoDiscusX 3416 SG 110 32.35 64.96 18.69 64.96 65 2
Markus Von der Crone Duo Discus 3415 SI 110 74.89 41.77 3.68 41.77
Armin Müller Duo Discus 3415 SI 110 74.89 41.77 3.68 41.77
Daniela Elmer DG 500 22 3097 GW 110 40.64 23.99 4.48 23.99
Georg Cavigelli DG 500 22 3097 GW 110 40.64 23.99 4.48 23.99

Die üble Wetterprognosen für die erste Ausgabe des GliderCup bestätigt sich schon frühmorgens - wenn man nach dem Gang zum einen Meter von der Haustür entfernten Briefkasten patschnass im Pyjama wieder ins Haus flüchten muss, ist eigentlich kein typisches Segelflugwetter.

Trotzdem finden sich eine stattliche Zahl Unentwegter beim Briefing in Schänis ein. Man muss schon ein fast hoffnungsloser Optimist sein, um daran zu glauben, heute fliegen zu können. Wir belegen trotzdem am Briefing eigentlich alle Doppelsitzer, alle Teilnehmer, die einen Fluglehrer oder erfahreneren Streckenflieger als Mitflug-Gelegenheit gewünscht haben, kommen heute auf ihre Rechnung und haben einen Sitzplatz auf sicher - wenn man denn überhaupt fliegen kann. Daniela Elmer führt die Molliser Delegation an, die am GliderCup mit fünf wechselnden PilotInnen teilnehmen wird. Vorerst flüchten wir aber mehrheitlich zum verspäteten Frühstück in die Beiz. Fliegen ist vorläufig nicht.

Da das trockenere Wetterfenster noch etwas auf sich warten lässt, haben alle ausreichend Zeit, die Flugaufgabe (Roland hat heute die kleinste aller Strecken von Rieden über den Bachtel, nach Bennau und zurück nach Rieden, ausgewählt), in die Logger abzuspeichern. Eigentlich ist das eine ideale Ausgangslage, um völlig stressfrei den Flug vorzubereiten. Und allen Erwartungen zum Trotz gehen wir am Nachmittag tatsächlich alle in die Luft und fliegen bis zu drei Stunden. Zwar fliegen wir ungewohnt tiefer als sonst durch statt über die Geographie, auch in feuchterer Luft als sonst, aber wir fliegen. Den ersten Wendepunkt zu erreichen, ist fast unmöglich. Immer wieder ziehen Schauer vom Zürcher Oberland über den Bachtel. Auch die Perspektiven Richtung Einsiedeln zum zweiten Wendepunkt sind trübe, die Chancen, dort Aufwinde zu lokalisieren, minimal. Die meisten Teilnehmer verlegen sich deshalb darauf, statt die Aufgabe abzufliegen, möglichst lange in der Luft zu bleiben und die vom OLC als Minimum-Strecke definierte Distanz zurücklegen zu können, damit heute überhaupt eine Wertung zustande kommt. Auch damit kann ja laut Roland Hürlimann gepunktet werden, wenn niemand die ausgeschriebene Aufgabe vollenden sollte.

Den unerwarteten Flugtag rundet abends ein fröhlicher Apéro (fast schon wie in Vinon) und ein feines Nachtessen ab, das Fridli Jacober und seine Frau Monika während des ganzen Tages aufwendig organisiert und vorbereitet haben. Ein besonders herzliches Dankeschön für diesen Effert, Fridli und Monika!

Armin Hürlimann zeigt sich von bisher einer eigentlich unbekannten Seite als Disc- und File-Jockey für OLC-Flugdateien. Er macht es sich hinter seinem Laptop gemütlich, jongliert gewandt mit Musik, Fotomaterial und IGC-Files und projiziert alles über Beamer und Lautsprecher in die als Restaurant umgebaute Werkstatt hinein. So können alle mitverfolgen, wie die andern Teilnehmer den GliderCup gemeistert haben. Aufgelockert wird das Luftrennen auf der Leinwand von eindrücklichen Fotos von Armins Föhnflügen in den letzten Wochen.

Vielen Dank allen, die am ersten GliderCup mitgemacht haben und diesen Flugtag überhaupt erst ermöglicht haben.

Ernst Willi

Mein Checkflug

Sonntag, den 10. Mai 2009 von Urs Ribi

Weil ich ja jetzt zum alten Eisen gehöre, muss ich einem Fluglehrer beweisen, dass ich dennoch fähig bin ein Segelflugzeug zu steuern. Ich bin zwar überzeugt, dass das für die Sicherheit nichts bringt.

Da das BAZL dafür keine Richtlinien herausgegeben hat, genügt auch eine Platzvolte. Aber ich habe mit meinem Fluglehrer Peter Heiniger abgemacht: “Wenn wir schon etwas machen, dann machen wir’s gleich richtig.”. Ich will einen Streckenflug machen, am liebsten an einem Tag, an dem man nicht fliegen kann. Gestern war dieser Tag. Die RegTherm Prognose war recht gut für den späteren Nachmittag. Zwar waren’s unter einem starken Cirren-Deckel nur 250 km, aber mit 2m/s Steigen bis zu einer Basis auf 3′000m. Meine Kollegen hatten dafür nur ein müdes Lächeln. “Glaubst Du etwa daran?” hörte ich.

Wir sind dann nach 15 Uhr gestartet, fanden die erste Thermik bei Courtelary und erreichten komfortable 2′300m. Am Boden hatte es immer noch Bise, aber hier oben waren es 45 km/h aus 230 Grad. Es hatte nur wenige Sonnenflecken am Boden und die Wolkenstrasse war breit. Deshalb wurde mir bald klar, dass eine neue, kältere und damit labilere Luftmasse herein fliesst. Also muss ich die Konvergenzlinie finden. Das gelang mir zunächst nicht sehr gut und wir mussten bei Môtier wieder auf 1′600m anfangen. Aber jetzt ging’s zügig mit 3m/s auf 3′000m hoch. Die Basis war noch etwa 200m höher. Wir kämpften uns mit 180 km/h IAS westwärts gegen den starken Wind bis an’s Ende des Risoux. Ich hatte nun diese Konvergenzlinie gefunden. Nach der Wende begann der Spass. 1 m/s Steigen, 150 km/h IAS und 210 km/h Groundspeed. Wieder bei Môtier angelangt, akzeptierte ich noch 3 Kreise mit 3 m/s bis auf 3′000m. Dann preschten wir mit bis zu 240 km/h GS bis an’s Ende dieser neuen Luftmasse bei Courtelary. Anschliessend noch das Abgleiten gegen Westen um die Liga Zeit zu erfüllen. Im NSFW gab das eine c-Wertung über 32 Minuten mit einem Schnitt von 187 km/h (OLC Info).

Nach der Landung frage ich Peter ob ich bestanden hätte. Er sagt “nein” - “Wieso?” - “Weil Du mich dann noch einmal mitnehmen musst!”. :-) Und das an einem Tag, an dem die Kameraden ihre Flieger wieder eingepackt haben.

Sonntag 4.5.08 im Jura

Montag, den 5. Mai 2008 von Ulrich Niggli

Um auch mal eine andere Seite des Segelflugs abzudecken hat Urs mich gebeten, hier einen Bericht zu veröffentlichen. Die Prüfung habe ich letzten Herbst abgelegt und ich bin nun daran, erste Erfahrungen mit dem Streckenfliegen zu sammeln.

Letzten Sonntag war die Prognose sehr gut. Die Thermik im Jura sollte nach dem Mittag beginnen und die Basis im Verlauf des Nachmittags auf 2800m ansteigen. Um die Handhabung der Geräte mal auszuprobieren, programmierte ich einen Task auf dem Logger und im PDA. Die Wegpunkte des flachen Dreiecks waren die Vue des Alpes und Balsthal. Wir waren nicht die einzigen die fliegen wollten und so konnte ich erst nach 13.00 Uhr starten. Im Schlepp merkte ich dass ich den Task vergessen hatte im Logger zu deklarieren; es gelang mir wegen der Lage des Loggers nicht dies nachzuholen. Schon die erste Lehre gezogen…nächstes Mal erledige ich das schon am Boden. Kaum hatte ich über dem Grenchenberg ausgeklinkt, konnte ich auf 2200m steigen und mit wenigen Kreisen bis an meinen ersten Wegpunkt - die Vue des Alpes - fliegen. Unterwegs hat es sehr viele Gleitschirme und andere Segelflieger, für mich ungewohnt. Ich muss mich noch daran gewöhnen mit anderen zusammen zu kreisen, ich fliege weiter wenn es zu unübersichtlich wird.

Auf dem Rückweg beim Weissenstein finde ich heraus dass die Tango-Sektoren (Basel TMA) aktiv sind. Ich verzichte aufs unten durch Fliegen und kehre um. Später am Boden bereue ich dass ich es nicht zumindest versucht habe eine Freigabe zu erlangen, für sowas habe ich ja schliesslich einen Voice Kurs gemacht. Dafür erreiche ich die Vue des Alpes noch ein zweites Mal und fliege noch etwas weiter westlich, bis mein LX anzeigt dass der Kegel von Grenchen hier fast zu Ende ist. Beim Zurückfliegen sind alle Wolken merklich dunkler und ich kreise immer mehr, auch die anderen am Funk bemerken ein Nachlassen der Thermik. Ich reagiere zu langsam auf die geänderten Verhältnisse und komme zusammen mit Lara - welche die andere LS-4 der SGS fliegt - tief am Grenchenberg an. Ich kann mich noch einmal mit anfänglichen 0.3m/s auf 2000m hochkämpfen, ihr fehlen die entscheidenden 50m. Richtung Westen ist alles am zerfallen und weiter östlich kann ich wegen der TMA nicht, ich entscheide mich zurückzufliegen.

Nach ungefähr 3.5 Stunden Flug fliege ich zurück in den Glider Sector von Grenchen; dieses Mal ist der Tower recht freundlich. Bei der Landung resettiert sich der Logger, offenbar war der Kontakt nicht sehr gut (oder meine Landung nicht sehr weich). Ich hoffe dass dies während dem Flug nicht unbemerkt passiert ist aber zum Glück war dies nicht der Fall. Hier noch der Link zum Flug auf OLC, es wurden für mich bis anhin unerreichte 243km. Mein Ziel ist weiterhin Flugerfahrung zu sammeln und ähnliche Strecken auch bei weniger guten Verhältnissen als an diesem Hammertag zu erreichen.

Streckenflug mit Föhnunterstützung

Donnerstag, den 24. April 2008 von Jürg Haas

Alles begann Samstagmorgen, den 19, April. Da ich zurzeit im Militär bin, habe ich kaum die Gelegenheit das Wetter genau zu studieren. Als ich am Samstag endlich das Wetter anschauen konnte wurde mir bewusst, dass dies vielleicht eine gute Gelegenheit gäbe, einen grossen Flug zu machen. Geplant war ein Ziel-Rückkehrflug zwischen 650-1000km. Ich bereitete die ASW27 schon am Vortag gut vor, hatte etwas Wasser getankt usw. Jedoch wusste ich, dass ich für einen wirklich frühen Start zu wenig Vorbereitungszeit hatte, also beschloss ich um 0900 zu starten.

Am Sonntag sah es dann doch nicht so gut aus. Jedoch hatte ich auch ein unzureichendes Wetterstudium gemacht. Wir beschlossen später zu starten, da es in Schänis keine optischen Föhnzeichen gab. Meine positive mentale Einsstellung für den Abflug, den Streckenflug, das Timing usw. ging in Unsicherheit über. Nach dem Schlepp kam dann auch die Erkenntnis, dass der Föhn weit schwächer war als gedacht. Das hatte zur Folge dass ich nicht mehr richtig überzeugt war, dazu kam noch gewisse mentale Müdigkeit aus der Arbeitswoche – ich wusste nicht genau, was ich eigentlich machen will.

1024rimg0270.jpg So gelang es mir nicht richtig bei Elm in die Welle zu kommen. Ich irrte etwas im Glarnerland umher. Es gelang mir nicht schnell zu steigen. Etwa 1.5 Stunden verlor ich in der Umgebung Elm. Irgendwann hatte ich genug und flog eine unkonventionelle Route aus dem Weisstannental heraus ins Rheintal. Das funktionierte unerwartet gut und ich konnte mit einer anständigen Höhe im Prättigau den Anschluss finden. Dort fehlte mir aber wieder das Timing, den Entschluss und die Konzentration, so irrte ich erneut herum. Langsam aber sicher verlor ich etwas die Lust am Weiterfliegen und machte unzählige weitere kleine Fehler… So verlor ich wieder rund eine Stunde bis ich endlich richtig Vorfliegen konnte und einen Rhythmus fand. Danach ging es bis Kufstein schnell und einfach. Ich wollte einfach mal noch die Route via Kuftstein zum Dachstein etwas erkunden, als ich merkte, dass es für einen grossen Flug zeitlich eher spät war.

Etwa um 1500 Uhr wendete ich vor St.Johann im Tirol (siehe Fotos). Der Rückflug ging bis Seefeld problemlos. Danach kamen Zirrenfelder und die Thermik nahm schnell ab. Mit den letzten Wolkenfetzen konnte ich das Inntal Richtung Alberg hoch fliegen.

Nun wusste ich, dass zwar der Föhn meinen Retourflug ohne Thermik sicherstellte. Aber zuerst folgte noch den bekanntlich kniffligen Einstieg in die Montafon-Welle aus geringer Höhe. Dies ist auch bei gutem Föhn nicht immer einfach… So überflog ich der Arlbergpass eher tief auf 2600m, fand aber gleich darauf eine kleine Welle. Es gelang mir aber auch nach mehreren Anläufen nicht in die Montafonwelle einzusteigen. Nachdem ich wieder rund eine Stunde Zeit verlor, entschloss ich mich etwas wütend mit dem Weiterflug aus 2100m nach Feldkirch. Ich rechnete schon mit der 1024rimg0281.jpgAussenlandung in Hohenems als ich dort auf 1700m ankam. Diese Höhe ermöglichte mir noch den Versuch an der Ostseite vom Säntis entlang zu fliegen. Dies funktionierte gut bis auf 2400, dass ich dachte, auf der Südseite steigt es auch noch so weiter. Dem war dann nicht so. Ich verlor viel Höhe, so dass ich den Umweg über die Nordseite nach Schänis machen musste. Dabei ging natürlich noch mehr Höhe drauf. Nach über 7.5 Stunden, teils mühsamen „gebastel’s“ entschloss ich mich dann zur Landung anstatt nochmals eine Verlängerung dran zu setzen.

So gab es einen schnellen Flug im Inntal und phasen mit viel „gebastel“ und grossen Zeitverlust durch die vielen Fehler sowie Unentschlossenheit in der Föhnregion. Eine weit wichtigere Erkenntnis ist aber die Beeinflussung der Leistung durch die mentale Verfassung und Einstellung und weiteren Verpflichtungen. Ich bin überzeugt, dass einen weit grösseren Flug mit einer anderen Einstellung machbar war – jedoch entdeckte ich seit langem wieder einmal ein paar neue Routen!

Warten auf grossräumigen Föhn

Montag, den 21. April 2008 von Alois Bissig

Föhnsituationen waren in dieser Saison bis jetzt recht häufig, allerdings immer kleinräumig. Da der Schnee in den Alpen noch meterhoch und bis in tiefe Lagen vorhanden ist, und keine großen Thermikstrecken in den Alpen zulassen, versuche ich wenigstens die kleinräumigen Föhnlagen zu nutzen

Am 30 März habe ich das 592km. Dreieck Ropheien – Aachensee – Grosse Scheidegg – Ropheien in diesem Jahr zum ersten Mal im Logger eingegeben. Allerdings musste ich bei dem Flug kurz vor Innsbruck den Motor anlassen. Die Startbedingungen (gute Wellen im Reusstal Glarnerland und Montafon) waren zwar gut, aber östlich des Arlbergs, war der Wind weg und die Sonneneinstrahlung und die Schneelage gaben der Thermik keine Chance. Gestern am 20 April um 6 Uhr stimmte die Wetteroptik, obwohl in Flüelen am Boden noch kein Wind blies. Die Daten der Druckdifferenzprognosenkarte und der effektive Verlauf stimmten optimistisch. Der Start kurz nach 8 Uhr mit Motorabstellen im Hangwind vom Ropheien und ein Telefon an Rolf Friedli ,dass der Hangwind am Urmiberg geht eröffnet den Flug. Der Rotor im Lee des Bälmeter ist mit + 4m eher mager und zeigt dass die Situation erst im entstehen ist. Die Welle am Tödi bringt mich auf 3900m und zeigt mir auch, dass das Vorderreinthal ab Disentis noch frei von Staubewölkung ist. Nur noch schwaches Steigen in Elm und Vätis, deshalb abgleiten an die Schesaplana. Der Hangwind dort ist ruhig und erlaubt ein Steigen bis auf Kretenhöhe. Der Versuch an den bekannten Stellen bei Schruns Wellenanschluss zu finden misslingt. Dafür erscheinen erste Wolkenfetzen die die beginnende Thermik anzeigen. So findet der Flug zum Aachensee und zurück bis nach dem Pragelpass in der vom Wind unterstützten und zerrissenen Thermik seine Fortsetzung. Im Urnersee und zwischen Treib und Gersau sind der starke Wind gut sichtbar. Dementsprechend zuverlässig ist der Hangwind am Urmiberg und der Widereinstieg in höhere Regionen. Nach meiner Meinung funktioniert ab 15 Uhr das System Föhn buchmäßig. Damit ist das Vollenden der ausgeschriebenen Aufgabe + Verlängerung nie mehr in Frage gestellt. Zürich gibt bei der Verlängerung auch die Freigabe zum durchqueren des A9 auf 4600 m, was den Anschluss im Titlisgebiet wesentlich erleichtert.

Eine großräumigere Wetterlage mit Föhn auch im Innsbruckerbecken wird ein andermal den Frühstart besser lohnen und auch die Aufgabenausschreibung beeinflussen.