Archiv der Kategorie ‘PRIBINA CUP‘

Pribina Cup

Montag, den 5. April 2010 von admin

In Nitra findet schon der erste Wettbewerb statt. Das ist eine Riesenveranstaltung mit 133 Piloten in 4 Klassen. Dabei sind auch zwei Schweizer Kollegen. Während Werni Danz sehr gut gestartet ist und auf dem 4. Rang liegt, musste Matthias Zwicky zwei Mal aussenlanden. Beim ersten Mal nur wenige Meter vor dem Platz. Was ist da wohl passiert? Vielleicht erzählt uns das Matthias noch.

Hier findest Du die Ranglisten:
Tag 1 offene Klasse | 15m Klasse
Tag 2 offene Klasse | 15m Klasse
Gesamt offene Klasse | 15m Klasse

Pribina Cup der 5. Tag, ein mittelmässiger Aufsteller

Mittwoch, den 15. April 2009 von Werner Danz

Hoi zämä,

das heutige Wetter war endlich so, dass auch ich segelfliegen konnte. Ein bisschen Aufregung vor dem Start hat mein Flügelrad veranstaltet. Da mein Helfer fehlt lege ich das Flügelrad vor dem Start seitlich an den Pistenrand und hole dieses am Abend oder am nächsten Morgen. Heute morgen nach dem ready machen des Fliegers wollte ich das Flügelrad am vermeintlich deponierten Ort einsammeln. Aber weit und breit kein Flügelrad in Sicht. Sofort kommen Gedanken, wie verwechselt? — abhanden gekommen? –gestohlen auf. Ich schaue im Hangar nach frage diverse Leute, schaue bei mir im Anhänger und so weiter, ja frage den Konkurrenzleiter ob er etwa etwas davon weiss. Es vergeht so mindestens 45 Min. und es beginnt zu nerven. Was machen, um den Segler in Startposition zu bringen — ohne Flügelrad bist du sozusagen aufgeschmissen!! Ich frage einen Oestererreicher Pilot, mir sein Rad auszuleihen. Sofort zurück zum Segler, der Grid wird denächst geschlossen! Wie ich das Rad am montieren bin kommt mir in den Sinn, dass wir gestern ausnahmsweise die Flieger am anderen Pistenende aufgestellt hatten. Also muss sich das Flügelrad ja eigentlich auch am anderen Pistenende befinden und nicht dort wo ich die ganze Zeit suchte. Sofort fahre ich hin und siehe da mein Flügelrad steht zufrieden an einen Hänger gelehnt da —– Alzheimer lässt grüssen?!

Der heutige Tag war relativ einfach, Du musstest nur mit 180 bis 220 km, wenn möglich nur Aufwinde annehmen, welche mindestens 2.5m Steigen lieferten und die ganze Zeit aufpassen, dass Du nicht aus Versehen höher als 2438mM fliegst ausser auf polnischem Territorium waren 2789mM möglich. Natürlich waren da noch alle verbotenen Lufträume , welche zu umfliegen waren und die schönsten Wolken stehen ja bekanntlich genau an den Luftraumgrenzen, damit du deine eingebaute Elektronik auch mal testen kannst. So bin ich halt ungefähr im Mittelfeld auf ca. 2000mM gestartet. Bis zur ersten Wende hab ich eher Boden gut gemacht (gute Linie unter den Wolken gefunden) Auch der zweite und dritte Schenkel sind eigentlich relativ gut gelaufen. Auf dem letzten Schenkel hab ich aber wegen eines mittelmässigen Aufwindes unter einem Riesencumulus fast 10 min vetrödelt bis es endlich etwa 3m/s auf km 68 bis auf 2420mM gestiegen ist. Der Rest bis zum Ziel in Nitra war nicht mehr schwierig “nur dä Griing fürä u secklä — nei brätterä” so bin mit 180 bis 220 km/h nach Hause gebrättert. Das alles hat einen 117ner Schnitt und den 10. Rang ergeben. Eigentlich nicht so besonders schnell für die Ganze “ägschen”

äs Grüässli, Werni

Werni hat sich gemeldet

Mittwoch, den 15. April 2009 von Werner Danz

Hallo Urs,

habe eben Dein Email gelesen.

Leider hab ich nicht so Zeit zum schreiben, weil mit Aussenlandungen beschäftigt. Da mein Rückholer aus beruflichen Gründen zu Hause bleiben musste, bin ich auf gutmütige Slovaken-Segelflieger angewiesen, die mich zurück holen. Bis jetzt hat es sehr gut geklappt, die sind wirklich sehr freundschaftlich und sehr hilfsbereit. Leider habe ich den Benuzternamen und den Code zum Einstieg ins Berichteprogramm, über den langen Winter hinweg, in meinem Gedächtnis gestrichen.

Sende Dir hier eine kurze Zusammenfassung der vergangenen vier Wettbewerbstage. Am Wettbewerb nehmen über 150 Piloten in drei Klassen teil.

Der Fluplatz ist so gross, dass dies ohne Probleme funktioniert und alle beim Aufstellen und Wassertanken beieinander vorbeikommen. OK, beim Wassertanken kann es mal einwenig Stau mit Wasserdruckabfall geben, aber im allgemeinen ist die Atmosphäre auf dem Platz sehr entspannt und unkomliziert. Also wirklich ein Wettbewerb zum empfehlen. Die ersten zwei Tage sind eigentlich für mich relativ gut gelaufen. Vorallem der zweite Tag war sehr trickreich mit Abwinden in der Gegend der letzen Wende, welche in den Bergen drin lag und bei vielen das Aus bedeutete. Ich bin noch mit Mühe und allen Tricks und Kniffen nach Hause gekommen mit einem End aus ca. 45 Km, welcher an Spannung kaum zu übertreffen war. Musste mit MacRedyeinstellung von 0.5 und 20m Reserve abfliegen, in der Hoffnung, dass sich dieser eher ins positive entwickelt. Bis zum KM 15 habe ich es dann doch auf + 40m geschafft und die letzten 10Km aber zum Glück auf Ameisenkniehöhe gut getragen, so dass ich den Flugplatz, welcher westlich hinter einem ca 80m hohen Hügelzug liegt zu sehen bekam. Es hat dann sogar mit ein bisschen Speed gut darüber hinweg gereicht.

Zum dritten und vierten Tag gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Am dritten Tag hab ich mich beim Startgeplänkel selber ausgetrixt und versenkt. Ich war eigentlich zu oberst die Startlinie war schon mehr als 15 min. offen, aber niemand wollte auf dieser relativ bescheidenen Höhe abfliegen, die Thermik war pulsierend und die Aufwinde entwickelten sich eher spärlich und so maximal bis 1.5m/s auf 1250mM. Da es mir ganz oben langweilig war, in der ausblubeltern Restthermik mit voll gefüllten Wassertanks herumzueiern hatte ich eine Superidee — Ich entschied mich vom Pulk weg zu fliegen um in der Nähe evt. noch etwas Besseres zu finden. Denkste, dieser gehabte und von mir vorher entdeckte Aufwind war zu diesem Zeitpunkt wirklich das Beste. Ich sucht und suchte aber nichts war zu finden nach 5 Minuten war ich nur noch auf 900mM, kam zurück zum alten Aufwind, der gerade so in den letzten Zügen war und nach einem Kreis den Geist aufgab. 350m höher flogen alle ab zum Start, welchen ich jetzt völlig verpasste, da auf meiner jetzigen Höhe nicht an einen Start zu denken war. Ich schaute nach der Reserve zum Platz zurück, welche auch nur noch 120m betrug. Zur Sicherheit flog ich in Richtung Platz, leider weiter von der Startlinie weg, um nicht direkt neben dem Platz aussenlanden zu müssen. Kurz vor dem Platz, auf 200m Grund fand ich dann einen spärlichen Aufwind um wieder steigen zu können.

Bis ich entlich wieder auf 1000mM war vergingen ca. 15 min, alle waren schon unterwegs und das, für diesen Tag, wichtige Pulkfliegen musste ich vergessen. Ganz alleine startete ich in 0-1/8 vereinzelten Cumuli, welche nur pulsierend waren. So kam es, dass ich in den Vorhügeln unweit der ersten Wende auf einem Riesenfeld mit irgend einem 10cm hohen Kraut drin, aussenlandete.

Am vierten Tag flog ich 2-3 Min. hinter 6-7 Flugzeugen ab, kam eigentlich gut zur ersten Wende. War ca 150m unter den anderen Flugzeugen und habe in der Nähe der Wende gekreist. Bin dann ca.150m über den Hügeln weitergeflogen. Es hatte so 3/8 cumulusähnliche Wolken, welche teilweise ein wenig Aufwind lieferten, aber mit dem relativ schweren, wassergefüllten Flieger nicht ausreichten, um zu steigen. So bin ich rumgeiert, überall hatts einwenig geblubert, aber zuwenig um steigen zu können. So verlor ich so schön gemütlich mit Suchen und Wasser ablassen an Höhe unter diversen Wolken, welche aber nur so aussahen, wie wenn sie Thermik liefern könnten.

Und die zweiter Aussenlandung war nicht zu vermeiden.

Fazit der Geschichte, am gehabten Aufwind bei der Wende 5Min. mehr Geduld, um zusätzliche 2-300m zu steigen damit ich über das vor mir liegende Tal höher überfliegen kann.

Ich hoffe jetzt, das die restlichen Tage besser verlaufen und ich noch ein paar gute Trainingstage zusammen bringe. Jetzt muss ich sofort Flieger montieren gehen — das Wassertanken wird zu diesem Zeitpunkt nicht mehr so easy sein.

Für mich ist dieser Wettbewerb ein Training für die kommende EM in Nitra, mit einwenig Experimentiercharakter. Aber die zwei gemachten Aussenlandungen, sozusagen am gleichen Ort, in einem Tal drin, mit Hügeln wie im Napfgebiet oder Appenzellerland, waren eigentlich nicht so vorgesehen.

Gruss, Werni