
Hallo Urs,
habe eben Dein Email gelesen.
Leider hab ich nicht so Zeit zum schreiben, weil mit Aussenlandungen beschäftigt.
Da mein Rückholer aus beruflichen Gründen zu Hause bleiben musste, bin ich auf gutmütige
Slovaken-Segelflieger angewiesen, die mich zurück holen.
Bis jetzt hat es sehr gut geklappt, die sind wirklich sehr freundschaftlich und sehr hilfsbereit.
Leider habe ich den Benuzternamen und den Code zum Einstieg ins Berichteprogramm, über
den langen Winter hinweg, in meinem Gedächtnis gestrichen.
Sende Dir hier eine kurze Zusammenfassung der vergangenen vier Wettbewerbstage.
Am Wettbewerb nehmen über 150 Piloten in drei Klassen teil.
Der Fluplatz ist so gross, dass dies ohne Probleme funktioniert und alle beim Aufstellen und Wassertanken
beieinander vorbeikommen.
OK, beim Wassertanken kann es mal einwenig Stau mit Wasserdruckabfall geben, aber im allgemeinen ist
die Atmosphäre auf dem Platz sehr entspannt und unkomliziert. Also wirklich ein Wettbewerb zum empfehlen.
Die ersten zwei Tage sind eigentlich für mich relativ gut gelaufen. Vorallem der zweite Tag war sehr trickreich
mit Abwinden in der Gegend der letzen Wende, welche in den Bergen drin lag und bei vielen das Aus bedeutete.
Ich bin noch mit Mühe und allen Tricks und Kniffen nach Hause gekommen mit einem End aus ca. 45 Km, welcher
an Spannung kaum zu übertreffen war. Musste mit MacRedyeinstellung von 0.5 und 20m Reserve abfliegen, in der
Hoffnung, dass sich dieser eher ins positive entwickelt. Bis zum KM 15 habe ich es dann doch auf + 40m geschafft
und die letzten 10Km aber zum Glück auf Ameisenkniehöhe gut getragen, so dass ich den Flugplatz, welcher westlich
hinter einem ca 80m hohen Hügelzug liegt zu sehen bekam. Es hat dann sogar mit ein bisschen Speed gut darüber
hinweg gereicht.
Zum dritten und vierten Tag gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Am dritten Tag hab ich mich beim Startgeplänkel
selber ausgetrixt und versenkt. Ich war eigentlich zu oberst die Startlinie war schon mehr als 15 min. offen, aber niemand
wollte auf dieser relativ bescheidenen Höhe abfliegen, die Thermik war pulsierend und die Aufwinde entwickelten
sich eher spärlich und so maximal bis 1.5m/s auf 1250mM. Da es mir ganz oben langweilig war, in der ausblubeltern
Restthermik mit voll gefüllten Wassertanks herumzueiern hatte ich eine Superidee —
Ich entschied mich vom Pulk weg zu fliegen um in der Nähe evt. noch etwas Besseres zu finden. Denkste, dieser
gehabte und von mir vorher entdeckte Aufwind war zu diesem Zeitpunkt wirklich das Beste.
Ich sucht und suchte aber nichts war zu finden nach 5 Minuten war ich nur noch auf 900mM, kam zurück zum alten
Aufwind, der gerade so in den letzten Zügen war und nach einem Kreis den Geist aufgab.
350m höher flogen alle ab zum Start, welchen ich jetzt völlig verpasste, da auf meiner jetzigen Höhe nicht an einen
Start zu denken war. Ich schaute nach der Reserve zum Platz zurück, welche auch nur noch 120m betrug.
Zur Sicherheit flog ich in Richtung Platz, leider weiter von der Startlinie weg, um nicht direkt neben dem Platz
aussenlanden zu müssen. Kurz vor dem Platz, auf 200m Grund fand ich dann einen spärlichen Aufwind um
wieder steigen zu können.
Bis ich entlich wieder auf 1000mM war vergingen ca. 15 min, alle waren schon unterwegs und das, für diesen Tag,
wichtige Pulkfliegen musste ich vergessen. Ganz alleine startete ich in 0-1/8 vereinzelten Cumuli, welche nur
pulsierend waren. So kam es, dass ich in den Vorhügeln unweit der ersten Wende auf einem Riesenfeld mit
irgend einem 10cm hohen Kraut drin, aussenlandete.
Am vierten Tag flog ich 2-3 Min. hinter 6-7 Flugzeugen ab, kam eigentlich gut zur ersten Wende. War ca 150m
unter den anderen Flugzeugen und habe in der Nähe der Wende gekreist. Bin dann ca.150m über den Hügeln weitergeflogen.
Es hatte so 3/8 cumulusähnliche Wolken, welche teilweise ein wenig Aufwind lieferten, aber mit dem relativ schweren,
wassergefüllten Flieger nicht ausreichten, um zu steigen. So bin ich rumgeiert, überall hatts einwenig geblubert, aber zuwenig
um steigen zu können. So verlor ich so schön gemütlich mit Suchen und Wasser ablassen an Höhe unter diversen Wolken,
welche aber nur so aussahen, wie wenn sie Thermik liefern könnten.
Und die zweiter Aussenlandung war nicht zu vermeiden.
Fazit der Geschichte, am gehabten Aufwind bei der Wende 5Min. mehr Geduld, um zusätzliche 2-300m zu steigen
damit ich über das vor mir liegende Tal höher überfliegen kann.
Ich hoffe jetzt, das die restlichen Tage besser verlaufen und ich noch ein paar gute Trainingstage zusammen bringe.
Jetzt muss ich sofort Flieger montieren gehen — das Wassertanken wird zu diesem Zeitpunkt nicht mehr so easy sein.
Für mich ist dieser Wettbewerb ein Training für die kommende EM in Nitra, mit einwenig Experimentiercharakter.
Aber die zwei gemachten Aussenlandungen, sozusagen am gleichen Ort, in einem Tal drin, mit Hügeln
wie im Napfgebiet oder Appenzellerland, waren eigentlich nicht so vorgesehen.
Gruss, Werni