Archiv der Kategorie ‘Safety‘

Wie überlebe ich im Segelflug?

Mittwoch, den 17. September 2008 von Bert Willing

Bert hat mir einen sehr interessanten Beitrag zum Thema Safety geschickt. Er hat sehr viel Zeit in seine 9-seitige Analyse gesteckt um Dir und mir zu helfen nicht in einem erbärmlichen Häufchen zerbröselten Plastik in der Landschaft zu enden. Bitte nimm Dir die Zeit seine Gedanken zu lesen. Es lohnt sich.

Bert Willings Safety Analyse

Ich hoffe, dass sich Berts Zeit gelohnt hat und wünsche ihm viele Reaktionen und Kommentare.

admin Urs Ribi

PS. Ich hoffe, dass Bert hier noch ein paar Worte und Erklärungen schreibt. Danke Bert.

Hört denn das nie auf?

Sonntag, den 17. August 2008 von admin

Gestern ist schon wieder ein Segelflugzeug abgestürzt. Auf 1300m gerät er in eine Vrille und reagiert nicht. Wie kann so etwas passieren? Alle Unfälle dieser Serie geschahen ohne äussere Einflüsse. Sind wir Schweizer denn so viel schlechtere Piloten als unsere ausländischen Kollegen? An der Ausbildung liegt es wahrscheinlich nicht, da die meisten Unfallpiloten älteren Jahrganges waren. Aber wie war wohl der Trainingsstand dieser Piloten?

Hier noch ein paar Links: espace.ch | Bieler Tagblatt | Schweizer Fernsehen

Aktionsplan des BAZL für mehr Sicherheit im Segelflug

Mittwoch, den 13. August 2008 von admin

Bern, 13.08.2008 - Se­gel­flug­pi­lo­ten ab 60 Jah­ren müssen sich künf­tig re­gel­mässig me­di­zi­nisch unt­er­su­chen lassen und ei­nen o­bli­ga­to­ri­schen Ü­ber­prü­fungs­flug ab­sol­vie­­ren. Zu­dem wer­den alle Se­gel­flie­ger ver­pflich­tet, re­le­van­te me­di­zi­ni­sche Vor­fälle zu mel­den. Mit die­sen vor­sorg­li­chen Mass­nah­men re­a­giert das Bun­des­amt für Zi­vil­luft­fahrt (BAZL) auf die Un­fälle mit Se­gel­flug­zeu­gen in den ver­gange­nen Wo­chen. Sie sollen auf An­fang 2009 wirk­sam wer­den und bil­den Teil ei­nes Ak­tions­plans zur Ver­besse­rung der Si­cher­heit im Se­gel­flug.

In der laufenden Sai­son ha­ben sich in der Schweiz seit En­de A­pril acht Un­fälle mit Se­gel­flug­zeu­gen er­eig­net, wo­bei sechs der Pi­lo­ten ums Le­ben ka­men. Un­ab­hängig von den noch lau­fen­den Ab­klä­rungen des Büros für Flug­un­fall­un­ter­su­chungen (BFU) hat das BAZL ge­prüft, ob sich mit Mass­nah­men die Si­cher­heit im Se­gel­flug ver­stär­ken lässt. In der Fol­ge hat das Amt ei­nen Ak­tions­plan mit ver­schie­de­nen Mass­nah­men ver­ab­schie­det. Die­se ha­ben rein prä­ven­ti­ven Cha­rak­ter und lassen kei­ner­lei Rück­schlüsse auf die Ur­sachen der Un­fälle in die­sem Jahr zu. Die Mass­nah­men sollen min­destens so lange gel­ten, bis die neu­en eu­ro­pä­ischen Vor­ga­ben zum Be­trieb von Luft­fahr­zeu­gen in Kraft tre­ten. Die ent­spre­chen­den Re­ge­lungen sind für 2012 ge­plant.

Der Aktionsplan des BAZL sieht vor, dass sich Se­gel­flug­pi­loten ab 60 Jah­ren alle zwei Jah­re der glei­chen me­di­zi­ni­schen Rou­ti­ne-Un­ter­su­chung un­ter­zie­hen müssen wie die Pi­lo­ten von Mo­tor­flug­zeu­gen, um ih­re Li­zenz er­neu­ern zu können. Für Mo­tor­flug­pi­lo­ten be­steht ab 40 Jah­ren die Pflicht, sich alle zwei Jah­re me­di­zi­nisch un­ter­su­chen zu lassen, ab 50 Jah­ren ist der ärzt­liche Rou­tine-Check jähr­lich vor­ge­schrie­ben. Er­gän­zend zur re­gel­mässigen Un­ter­su­chung sind die Se­gel­flug­pi­lo­ten künf­tig a­na­log zu den Mo­tor­flug­pi­lo­ten ver­pflich­tet, re­le­van­te me­di­zi­ni­sche Vor­fälle, die sich auf ih­re flie­ge­rischen Fähig­kei­ten aus­wir­ken könn­ten, dem BAZL zu mel­den.

Zudem enthält der Aktions­plan die Vor­ga­be, dass Se­gel­flug­pi­lo­ten ab 60 Jah­ren läng­stens zwölf Mo­na­te vor der alle zwei Jah­re fälli­gen Er­neu­erung ih­rer Flug­li­zenz ei­nen Ü­ber­prü­fungs­flug mit ei­nem Flug­leh­rer durch­füh­ren müssen. Die­se Mass­nah­men sind ver­hält­nis­mässig und in ih­rer Kom­bi­na­tion ge­eig­net, die Si­cher­heit im Se­gel­flug ge­ne­rell zu stär­ken. Das BAZL be­ab­sich­tigt, die neu­en Vor­ga­ben auf An­fang 2009 in Kraft zu setzen. Die da­für er­for­der­li­che Än­de­rung des Re­gle­ments ü­ber die Aus­wei­se des Flug­per­so­nals hat das Amt ein­ge­lei­tet.

Unterstützend zu die­sen Mass­nah­men ist vor­ge­se­hen, dass der schwei­ze­rische Se­gel­flug­ver­band in Zu­sammen­ar­beit mit dem BAZL Richt­li­ni­en für die Aus­bil­dung von Pi­lo­ten im Ge­birgs­flug und für die Teil­nah­me an den ver­brei­te­ten Se­gel­flug­la­gern er­lässt. Die­se Richt­li­nien sollen e­ben­falls ab 2009 gel­ten. Be­reits im kommen­den Her­bst wird das BAZL erst­mals ei­nen Wie­der­ho­lungs­kurs in der flie­ge­ri­schen Pra­xis für Se­gel­flug­leh­rer durch­füh­ren. Bis an­hin e­xi­stier­ten Re­pe­ti­tions­kur­se le­dig­lich für den Be­reich The­orie.

Genauer prüfen will das BAZL, ob die er­for­der­li­che Flug­pra­xis, um die Li­zenz als Se­gel­flug­pi­lot zu ver­längern, an­ge­passt wer­den soll. Heu­te müssen Se­gel­flie­ger 12 Flug­stun­den und 12 Lan­dungen innert zwei­er Jah­re vor­wei­sen, wo­von min­de­stens die Häl­fte im letzten Jahr. Da­bei können sie Flü­ge mit Mo­tor­flug­zeu­gen an­rech­nen lassen, ma­xi­mal bis zur Hälf­te der vor­ge­nann­ten Wer­te. Eben­falls noch ge­nau­er ab­klä­ren wird das BAZL, ob es spe­zi­elle Vor­ga­ben für die Se­gel­flug-Wett­be­wer­be braucht und ob das Amt die Se­gel­flug­gruppen re­gel­mässi­gen Si­cher­heit­sau­dits un­ter­zie­hen soll. Letzte­re Mass­nah­me wür­de je­doch zu­sätzliche per­so­nelle Ressour­cen im BAZL er­for­dern.

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Zeitungsartikel und Leserreaktionen

Sonntag, den 3. August 2008 von Urs Ribi

Schweiz aktuell auf SF

Die Artikel sind von den folgenden Zeitungen erschienen: Basler Zeitung und NZZ Online

Die Reaktionen in der NZZ


Roland Marti (29. Juli 2008, 07:28)

typisch im Departement Leuenberger

Herr Müller, denke, dass Departement Leuenberger lebt davon, Panikmache zu betreiben. Halten wir uns nur einmal vor Augen, was im Strassenverkehr mit Via Sicura alles in der Pipeline ist. Gebe ihnen völlig recht, was nicht direkt verboten werden kann (Fliegerei, Autofahren), versucht man dort mindestens zu “Tode” zu regeln. So gesehen im Kern ein Flug- und Verkehrsverhinderungsdepartement.


Reinhold Müller (29. Juli 2008, 07:08)

Herr Cron

Seit Herr Cron dem BAZL vorsteht wird nur noch überreagiert. Das fing an bei den Lufträumen, welche bei Herrn Cron TOTAL entflechtet sein müssen (nirgends auf der Welt gibt es so was) und wird über die Sofortmassnahmen MEDICAL seinen weiteren Weg finden. Als vorbestrafter und verurteilter BAZL Chef (das gibt es auch nur in der Schweiz, dass der höchste Chef eines Bundesamtes vorbestraft ist) versucht er nun die Sicherheit auf das ABSOLUTE Maximum zu treiben, so dass ihm sicher nie eine Verantwortlichkeitklage angehängt werden könnte. Toitale sicherheit gibt es nur, wenn alle Flugzeuge vom Himmel verschwinden. Bei der Geschäftsluftfahrt wird er dieses Ziel wohl nicht erreichen, aber die GAC ist er auf dem Besten Weg dazu. So wie Herr Cron erst vom Gericht verurteilt wurde als alle Fakten auf dem Tisch lagen möchten auch wir zuerst die Flugunfallberichte auf dem Tisch haben bevor wir “verurteilt” werden.


Christoph Heuberger (28. Juli 2008, 21:45)

Sicherheit mit Augenmass

Bevor voreilige Schlüsse über Unfallursachen und Massnahmen gezogen werden, müssen die Untersuchungsberichte des BFU vorliegen. Umfang, Aussagekraft und Häufigkeit der fliegerärztlichen Untersuchungen geben zu Diskussionen Anlass. Dennoch ist eine vorgeschriebene periodische Untersuchung grundsätzlich besser als eine voreilige “Cockpit-Verbannung” aufgrund des Lebensalters. Als langjähriger Segelfluglehrer werde ich mit Grenzen im kognitiven und koordinativen Bereich konfrontiert, welche nicht vom Alter abhängen. Neben jüngeren “Problemfällen” gibt es Senioren, welche sich im Cockpit absolut sicher und zuverlässig betätigen. Periodische Trainingsflüge mit einem Fluglehrer, Ehrlichkeit mit sich selber, offener Austausch mit den Kollegen, weise Selbstbeschränkung dienen der Sicherheit mehr als kleinliche Bestimmungen der Verwaltung und Vorverurteilungen “aus dem Volk”.


Beat BURKART (28. Juli 2008, 21:37)

Entwicklung geht in andere Richtung

Flugzeugunfallberichte sind in der Schweiz öffentlich verfügbar. Bei deren Studium stellt der Leser eine Vielfalt von möglichen Ursachen für Flugunfälle fest. Erfahrung, was aber ja bekanntlich mit dem Alter kommt, ist aber eher ein Sicherheitsgewinn als ein Sicherheitsrisiko. Zudem geht die jüngste Entwicklung bei den Ansprüchen an die flugmedizinischen Anforderungen in jüngster Zeit in den USA gerade in eine andere Richtung. Um die eh schon stark schwindende Zahl aktiver Piloten nicht noch schneller schrumpfen zu lassen, führten die Amerikaner jüngste die Sportpilotenlizenz ein, die für kleinere und leichtere Fluggeräte nur noch den Fahrausweis (Auto) als medizinische Hürde kennt.


Roland Marti (28. Juli 2008, 14:36)

willkommen in der Überregulierungsgesellschaft

Heute geben wir uns offenbar der Illusion hin, dass uns der Bevormundungsstaat vor allen Gefahren schützen kann (Hunde, Autounfälle, Flugzeugabstürze, 1. August Feuerwerk etc.). Dafür sind wir auch gerne bereit, immer mehr Steuern abzuladen und den Staatsapparat anwachsen zu lassen (gibt gemütliche Dauerstellen). Schlage vor, dass wir als nächstes ein Modellflugpilotenbrevet einführen, um den Bürger noch etwas mehr zu schikanieren und zu gängeln.

Häufung von Segelflugunfällen

Sonntag, den 3. August 2008 von roman stutz

Lieber Urs

Ich ver­passe kein Er­eig­nis, ich ha­be auch Kon­takt zu den Ka­me­ra­den, die auf der Klippen­eck flie­gen. Nur ha­be ich kein Ver­ständ­nis für un­se­re Vor­zei­ge­pi­lo­ten (Na­tio­nal­mann­schaft) inkl. Ver­band von de­nen man kein Wort hört ü­ber die Er­eig­nisse der töd­li­chen, Schwer­ver­letzten und Ma­terial­schä­den bei Aussen­lan­dungen. In der Ost­schweiz hat es ei­nen rie­sen Wir­bel aus­ge­löst in der Presse und Tele Süd­ost­schweiz und alle schwei­gen ausser Wi­si. Wir müssen ak­tiv wer­den auch in die­sem Be­reich, alle und nicht nur die Wett­be­werbs­pi­lo­ten.

Mit Kameradschaflichen Grüssen Roman


Salut Roman,

ich bin ganz Deiner Mei­nung. Die­se Häu­fung von Un­fällen könn­te uns noch ein­mal das Ge­nick brechen. Ich fin­de, dass vie­le der Ur­sa­chen-Ver­mu­tungen, spe­ziell der Nicht­fach­leu­te und des BAZLs, falsch sind.

Das war auch ei­ner der Grün­de, wa­rum ich die­se Web­sei­te ins Le­ben ge­ru­fen ha­be. Ich möch­te, dass je­der hier sei­ne Mei­nung kund­tut. Es soll­te ein Fo­rum aller Schwei­zer Se­gel­flie­ger sein. Bis jetzt hat das erst für die Wett­be­werbs-Be­richt­er­stattung funk­tioniert. Ich möch­te a­ber nicht, dass Kre­ti und Ple­ti hier a­no­nym pö­beln, son­dern je­der, der et­was zu sa­gen hat, soll mit sei­nem Na­men da­zu ste­hen. Des­halb ge­be ich nur Au­to­ren­rech­te auf An­fra­ge. A­ber je­der, der sich mit sei­nem Na­men an­ge­mel­det hat, be­kommt das Schreib­recht.

Ich habe Dir Dein Kon­to ein­ge­rich­tet. Ich bitte Dich dringend, schreib was Dich be­wegt. Ich möch­te nicht immer der ein­zi­ge blei­ben, der Dinge kri­ti­sch an­spricht. Ro­man, mach den An­fang.

Ich habe eine Safety Kategorie mit eigener Seite eingerichtet. Ich hoffe, dass sie häufiger benutzt wird als die beim SFVS.

Gruss Urs