7 Tag EM Pociunai 02.08.2009

3. August 2009 von René Schneebeli

Am heutigen Tag konnten Adi und ich Janusz Centka über die Schultern schauen und viel über konsequentes Vorfliegen und Gleitstrecke optimieren lernen! Wir sehen diese Lektion als viel Wertvoller an, als die Tagesrangierung. Denn wie sich zeigte, war unser Abflug verfrüht und die Flächenbelastung mit 40 viel zu gering. Die Wettervorhersage versprach nichts Gutes und umso später der Tag, desto mehr sollte eine Abdeckung die Thermik bremsen. Jedoch waren schon im Warteraum erstaunlich gute Steigwerte vorhanden. Somit dachten wir uns, wir sollten dies nutzen und einen frühen Abflug machen. Gleichzeitig mit uns flog V8 mit Janusz Centka an Board über die Startlinie. Nach kurzer Zeit überholte er uns und flog voran. Richtung Süden wo uns der erste AAT-Kreis hinführte, konnten wir miterleben, was optimiertes Gleiten bedeutet. Mit wenig Kreisen durchglitten wir das abgeschattete Gebiet und waren bald in Polen, wo die Steigwerte wieder hervorragend waren. An der Basis flogen wir schnell weiter nach Westen. Beim Blick zurück sahen wir, dass das Wetter zunehmend besser wird. Dies sollte uns noch nicht gross beunruhigen, da wir immer noch davon ausgingen, dass die Meisten einen frühen Abflug gemacht haben. Somit flogen wir zur zweiten Wende und V8 zeigte uns, welche Bärte ausgeflogen werden, und welche man stehen lässt. Auch das exakte ausnützen der Wolkenstrassen, wie dies Janusz Centka macht, war sehr eindrücklich. Bei der zweiten Wende angekommen, flogen wir soweit, bis durch eine Abschattung ein Weiterfliegen nicht mehr sinnvoll war. Somit war die dritte Wende unser Puffer für die Flugzeit von 2:30 Stunden. Wir übernahmen nun den Lead vom Vorfliegen. Unter den letzten Wolken flogen wir in die dritte Wende ein und stellten fest, dass es ganz wenig zu früh zum Wenden ist. Aber gut 20 km gleiten um das nächste Steigen zu erreichen war uns dann doch zu riskant. Im Nachhinein leider ein grosser Fehler, denn wir wendeten und zogen es vor, direkt zurück zu fliegen. Auf dem Weg heim erwischten wir eine so gute Linie, dass wir 5 Minuten zu früh auf dem Flugplatz waren und ein Überflug mit 300m Reserve machten! Beim Ziellinienüberflug stellten wir dann fest, dass V8 mehr oder weniger dasselbe machte. Somit waren wir noch zuversichtlich, dass unsere Entscheidung nicht ganz falsch war. Tja und in der Rangliste sieht man nun doch, dass Diejenigen, welche später Abflogen, noch einen höheren Geschwindigkeitsschnitt hinlegten!

6 Tag EM Pociunai 01.08.09

1. August 2009 von René Schneebeli

Heute war ein super Tag vorausgesagt. Mit guten Steigwerten und Basis bis 2000m in Polen. Auch sollte es keine störende Einflüsse geben die die Thermik negativ beeinflussen. Und siehe da, heute hielt der Tag was versprochen wurde! Es war richtig Klasse das ausgeschriebene 500km-Dreieck nach Polen abzufliegen! Am Anfang sollte es etwas zaghafter losgehen mit etwas schwächerer Thermik. Somit entschieden wir uns zu einer etwas kleineren Flächenbelastung als der Maximalen. Denn sobald wir Wasser ablassen müssen schliesst das rechte Ventil nichtmehr. Also gingen wir auf Nummer sicher, damit wir nicht am Anfang alles Wasser verlieren! Nach 20 Minuten Taktieren zu Beginn, im Pulk mit 15 Doppelsitzern, wo keiner abfliegen wollte, zogen wir während einer Unaufmerksamkeit der Konkurrenz mit den Italienern und dem Lak-12 los. Es lief wie geschmiert. Wir flogen mit 180 von Wolke zu Wolke und kreisten ab und zu mit 2-3 Metern hoch. Den Rest glitten wir unter den Wolkenstrassen daher. Die schwereren Flugzeuge zogen uns langsam aber sicher davon. Von Hinten schlossen dann auch einige Konkurrenten auf. Nun gut, nicht verzagen weiter fliegen! Auch die Anderen können Fehler machen und es sind noch 400km vor uns. Somit flogen wir in unserem Tempo voran mit wechselnden Flugpartnern. Stück für Stück rissen wir von der 500km runter. Bei der ersten Wende kamen wir gut hoch und konnten unsere Gruppe anführen, um ein Versuch zu starten die Führenden einzuholen. Dies gelang uns dann auch. Mit einem 5m-Bart konnten wir dann sogar wieder im Spitzenteam mitfliegen. Hin zur zweiten Wende drosselten wir alle etwas die Geschwindigkeit. Mitten im Sumpfgebiet entwickelt sich die Thermik einfach nicht so stark, was wir vom letzten Flug noch schmerzhaft in Erinnerung hatten. Doch Richtung Norden lief es wieder perfekt. Mit etwas Taktik konnten wir uns dann auch an die Spitze der inzwischen auf 8 Flugzeuge angewachsene Gruppe setzen. Mit den Italienern und Schweden flogen wir den Endanflug über die letzten 60km mit 200km/h. Dies brachte uns endlich wieder einmal nach Hause. Somit koennen wir nun den Nationenabend auf dem Flugplatz bei bestem Wetter geniessen. Die Aussichten fuer die naechsten Tage, fliegbar, aber nicht mehr dieses Hammer Wetter.

Tag 5 der EM: Es musste ja so kommen…

31. Juli 2009 von Stefan Leutenegger

Verdächtig: beim Erwachen hatte die Sonne geschienen – das letzte Mal, als es am Morgen nicht bewölkt war, sassen wir nachher alle im Acker. Wir liessen uns nicht aus dem Konzept bringen und machten die Flugzeuge bereit: 120 Liter Wasser rein, so gut sah die Prognose schliesslich nicht aus. Am Briefing kam dann die Überraschung: 500 km zu fliegen. Da müssen nochmals 50 Liter rein, sonst schaffe ich das nicht. Gesagt getan. Aber schon im Warteraum war es schwierig, hoch zu kommen und oben zu bleiben. Deshalb flog ich als erster ab. Ein paar schlechter klassierte Piloten kamen mit, da war ich froh drum. Erst ging es Richtung Süden: erst Endmoräne, dann Wald. Und auf der Karte stand „Belarus“. Ich verbastelte mich hoffnungslos. Viel Bewölkung, kurzlebige und schwache Bärte. Ein paar Spickflieger (PW5) strandete es in die kleinen Felder rein. Während meines Gebastels sah ich die ganze Standardklasse 800m über mir durchfliegen – so spät wie die wollte ich eben nicht gehen. Und als ich wieder oben war, befand ich mich 30 km hinter ihnen… Aufholen hiess es. Allein und ohne Thermikbojen. Das lief nicht einmal so schlecht und bei den südwestlichen Wenden in Polen lief ich auf die Belgier (Tijl und Bert Schmelzer) auf, nach und nach holten wir auch noch diejenigen ein, welche hinten aus dem Pulk gefallen waren. Richtung nördliche Wende begann die Thermik natürlich zu sterben. Es war schon nach 6, als wir Anschluss an die eine Wolke brauchten. Natürlich zerfiel die. Bei Kilometer 60 strandete es uns hoffnungslos, obwohl es noch recht schöne Wolken gab, einfach zu weit weg. Aus allen Seiten landeten wir in das eine Feld: die Schmelzers, der Däne, ein Österreicher und ich. Wenigstens war es nicht langweilig. Ausser Mario Kiessling hatte es niemand nach Hause geschafft. Nur ein kleiner Punkte-Schaden also – nochmals Glück gehabt. Aber wir hatten es ja kommen sehen…

Segelflugausbildung

31. Juli 2009 von admin

ich habe im Forum eine Diskussion über die Segelflugausbildung angefangen.

5 Tag EM Pociunai 30.07.09

30. Juli 2009 von René Schneebeli

Heute wurde in der Doppelsitzerklasse ein Task von 530 km ausgeschrieben. Der Task führte von Pociunai nach Polen wo wir ein Hickhack flogen und dann wieder hoch in den Nordwesten von Litauen. Am Briefing schluckte ich noch einmal leer, vor allem im Hinblick darauf, dass am Abend hohe Bewölkung die Thermik stoppen soll. Die Schnittberechnung zeigte, dass wir mit einem 100er Schnitt 5:20 Stunden benötigen. Also wären wir bei Startlinienöffnung um 12:30 Uhr pünktlich gegen 18:00 Uhr auf das Thermikende zurück. Das bedeutet, wer langsamer fliegt, wird es nicht schaffen, und basteln bedeutet, die Rückkehr ist stark gefährdet. Somit füllten Adi und ich den Duo auf max. Gewicht um hoffentlich bei bestem Wetter schnell voran zu kommen. Doch schon vor der Startlinie zeigte sich das Wetter trickreich. Nach einem frühen Abflug sahen wir viele Konkurrenten die gleich bei der Startlinie kreisten. Also nochmals zurück und hochdrehen um nicht das Kanonenfutter zu sein. Dies misslang und wir Starteten mit zwei Anderen aus unserer Klasse als letzte um 13:10. Hmm… schon hinter dem Zeitplan und der erste lange Gleitflug zeigte, dass die Thermik zu schwach für unsere Flächenbelastung ist. Stefan Leutenegger, welcher auch schon auf der Aufgabe war, bestätigte uns dies über Funk. Deshalb liessen wir einen Teil des Wassers ab, um besser steigen zu können. Leider schloss das rechte Flügelventil nicht mehr und wir mussten alles Wasser ablassen. Dieser Nachteil verfolgte uns den ganzen Flug. Die Italiener, mit welchen wir ein ganzes Stück zusammenflogen, nahmen uns bei jedem Gleitflug ein Stück ab. Also flogen wir alleine weiter, bis wir auf die Slowenen trafen. Mit ihnen flogen wir rasch unter einigen Wolkenstrassen weiter, welche in Polen richtig gut zogen. Wie schon gesagt, leider ohne Wasser in den Flügeln. Als die letzte Wolke vor einer Querung über ein Sumpfgebiet nicht zog, dachten wir kurzerhand: Mut zur Lücke! Dies zeigte sich als fatalen Fehler, die Slowenen überflogen uns einige Minuten später als wir am Boden mitten in der Sumpflandschaft verzweifelt nach Thermik suchten. Einige Schweisstropfen und Minuten verflossen, bis wir zur nächsten Wolke und zur südlichsten Wende fliegen konnten. Also hoch zur Wolkenstrasse Richtung Norden um viel verlorene Zeit gut zu machen. Aber auch dies gelang uns nicht mehr so Recht und wir flogen nochmals auf den Boden runter. Mit den Österreichern bastelten wir uns wieder hoch. Im Kopf hatten wir schon abgeschlossen mit dem nach Hause kommen. Denn es war schon fast 18:00 Uhr und wir hatten noch 170 km zu fliegen. Doch erstaunlicherweise kamen wir wieder hoch und konnten uns relativ gut bis in die Region der nördlichsten Wende vortasten. Somit schöpften wir Hoffnung um doch noch heim zu kehren. Nach einem Durchhänger waren wir wieder voll motiviert und holten uns die letze Wende. Leider war diese fern ab von jeglicher Thermik und wir waren zur Aussenlandung 70 km vor dem Flugplatz gezwungen. Nun auf der Heimfahrt, auf welcher ich soeben den Bericht verfasse, treffen wir auf Anhänger die sich von jeder Seitenstrasse auf der Hauptstrasse nach Pociunai versammeln. Wir hoffen nun, dass die Konkurrenzleitung wieder einmal ein bisschen Erbarmen mit Ingrid, unserer Rückholerin hat, und etwas kürzere Aufgaben, dem Wetter entsprechend, ausschreiben wird.

4.Tag EM Pociunai 29.07.09

30. Juli 2009 von René Schneebeli

Heute gab es endlich einen Tag mit durchgehend guten Wetterbedingungen auf der ganzen Wettbewerbsaufgabe, und man musste abends nicht bangen ob es noch Heim reicht. Die Aufgabe mit 250km etwas kürzer als in den letzten Tagen, war ideal für einen Racing-Task ausgeschrieben. Adi und ich erwischten einen guten Start und flogen mit unserem “Brombeeri“ zügig von Wolke zu Wolke. Bis zur ersten Wende im Westen bildete sich einen Pulk mit fünf weiteren Mitstreitern. Also gaben wir richtig Gas und zogen vorne weg. Die Anderen folgten uns im Delfinstil unter den Wolken Richtung Norden. Weiter über den Fluss Nemunas wurde es kurzzeitig etwas schwieriger. Dies kam uns zu Gute, da wir mit den anderen Fünf einen guten Weg zur Wende fanden und dort die früher gestarteten Konkurrenten einholen konnten. Auf dem weiteren Flug war Pulkfliegen mit sehr guter Thermik angesagt. Kurz vor dem Endanflug kam nochmals etwas Unruhe in den Pulk. Der Pulk teilte sich und es wurde in zwei unterschiedliche Richtungen aus der zweitletzten Thermik abgeflogen. Wir entschieden uns für eine dritte Route zwischen den Anderen zu einer super aussehenden Wolke. Die Anderen fanden sich etwas später auch dort ein und kreisten mit uns auf Endanflughöhe. Zum Glück waren wir etwas eher dort und konnten ein bisschen mehr Höhe gewinnen. So war das Mithalten im Endanflug trotz unserem etwas leichteren Flieger gut möglich. Die Wetterhervorsage für die kommenden Tage sieht gut aus und wir freuen uns auf weitere tolle Flüge.

3.Tag EM Pociunai 28.07.09

29. Juli 2009 von René Schneebeli

Es war ein spannender und sehr lehrreicher Tag. Begonnen hat die Wettbewerbsaufgabe von 425 km um die TMA Kaunas, mit einem gemeinsamen Abflug mit GT2 (Thomas Gostner / Stefano Ghiorzo). Das Wetter war im Gegensatz zu den letzten Tagen super. Wir flogen mit hohen Geschwindigkeiten von Wolke zu Wolke und kreisten ab und zu in den besten Bärten hoch. Auch der Wind war mit 12 km/h nahezu zu vernachlässigen und es machte richtig Spass so zu fliegen. Stefan Leutenegger war auf dem Weg zur 1. Wende mit einigen Anderen aus der Standardklasse unter der gleichen Wolkenstrasse unterwegs. Bis zur zweiten Wende flogen Adi und ich mit den italienischen Kollegen zusammen und trafen einige Konkurrenten an die vor uns gestartet waren. Nach der zweiten Wende und knapp der Hälfte der Aufgabe gab es nochmals ein schnelles Stück unter Wolkenstrassen. Nördlich von Kaunas konnten wir dann alle Konkurrenten aus der Doppelsitzerklasse aufholen. Somit waren wir uns bewusst, wenn wir mit dieser Gruppe nach Hause kommen, haben wir eine Spitzenrangierung an diesem Tag. Also nichts riskieren und mitfliegen. Tja aber im Nordosten kamen grössere Gleitstrecken und vereinzelte Aufwinde die bis oben ausgedreht werden mussten. Jeder taktierte und wollte ja nicht als erster abfliegen. Somit übernahmen Adi und ich doch die Vorflugarbeit. Nach der dritten Wende übergaben wir diese wieder Anderen und flogen mit. Plötzlich waren ca. 40 Flugzeuge aus allen Klassen auf 200-400m Grund. Einige Flugzeuge waren auch schon gelandet. Es sah auch auf der Flugroute sehr schlecht aus. Doch irgendwie konnten wir uns alle halten bis man wieder etwas höher kam. Etwas weiter Richtung Süden konnte der Riesenpulk wieder auf 1500 m hochdrehen. Dann kam ein Gleitstück von 40km, über die 4 Wende hinweg zu einem schwachen Bart. Dieser war der letzte und es fehlten noch 50km von der Aufgabe. Also hochdrehen so weit wie es nur geht. Leider stellte die Thermik zu früh ab als dass wir noch die restliche Höhe erreichen konnten. Also gab es ein Massenabgleiten, unter der Bewölkung des Gewitters welches sich zuvor über Kaunas ausregnete. Mit der sicheren Aussenlandung vor Augen glitten wir los. Auf dem Weg sahen wir immer wieder jemanden Landen. Als Stefan Leutenegger vor uns landete dachten wir, wir nehmen dasselbe Feld. Somit fehlten uns noch 25 km um die Aufgabe zu erfüllen. Im Feld mit Stefan und Howard Jones warteten wir auf unsere Rückholer und erfreuten uns der Gesellschaft vieler litauischer Besucher.

Viele Wolken und viele Aussenlandungen

28. Juli 2009 von René Schneebeli

Der heutige Tag begann wieder mit vielen Wolken. Beim Start begann es gar leicht zu regnen und der Wind war noch stärker als gestern. Dazu kam, dass schon fast die ganze World Class wieder am Boden war, und auch von den anderen mussten ein paar Piloten einen zweiten Versuch starten. Nicht gerade motivierend. Nach dem Start ging es dann jedoch erstaunlich gut. Wir flogen als letzte ab, holten die anderen bald ein, wenn auch etwas tief. Nachdem wir wieder oben waren, wollten wir mit den anderen weiter fliegen. Dies war dann aber einiges schwieriger als gedacht, da jeder in eine andere Richtung flog. So kam es wieder wie gestern, dass wir alleine weiterfliegen mussten. Nach der zweiten Wende trafen wir auf den slowenischen Doppelsitzer. Da wir unser Wasser noch hatten konnten wir schneller als die Slowenen vorfliegen und sahen ab und zu noch andere Flieger. Nach der dritten Wende kam uns der Boden schon sehr nah und wir beschäftigten uns mit der Suche nach einem Aussenlandefeld. Als wir auch oberhalb der Waldkante nichts mehr fanden, mussten wir notgedrungen ins Feld. Für litauische Verhältnisse ein sehr gutes Feld. Den Frust über die Aussenlandung wurde uns dann von einer alten Litauerin genommen, welche uns zuerst Wasser, dann Milch und zum Schluss noch Kaffee anbot. Auch liess sie es sich nicht nehmen, ihre ganze Verwandschaft und die Polizei anzurufen. Die Polizei kam dann zum Glück nicht, und wieso sollte uns bei der Rückfahrt noch klar werden…Die HAUPTstrasse, an welcher wir landeten, bestand nämlich aus tiefen Löchern und Rillen, da fährt niemand freiwillig durch. Die Rückholerin brauchte weniger lang als gedacht, und auch das Einräumen des Fliegers war ziemlich schnell Geschichte, sodass wir uns bald auf den Heimweg machen konnten. Wieder 7Km zurück auf der Holperstrasse und dann noch 2h Autobahn…Wieder auf dem Flugplatz angekommen konnten wir jedoch feststellen, dass gut ein Drittel unserer Klasse ins Feld musste. Immerhin etwas dachten wir, und gingen müde nach Hause!

1.Tag EM Pociunai 26.07.09

27. Juli 2009 von René Schneebeli

Heute hat die EM in Pociunai begonnen. Am Morgen wurde ein AAT-Task Richtung Nordosten ausgeschrieben. Die Wetteraussichten, am Nachmittag lokale Gewitter und Wind mit 20 – 30 km/h aus West. Bei der Startaufstellung erhalten wir einen der Tracker, um unseren Flug auf der offiziellen Homepage mit zu verfolgen. Noch mehr Elektronik im Flugzeug, zum Glück sind keine Kabel dran! Nach dem Start des halben Feldes wird schon ein Unterbruch gemacht um das Vorbeiziehen des Gewitters abzuwarten. Adi und ich sitzen im Flugzeug, bei welchem durch den Regen das Capot beschlägt. Um nicht nass zu werden, holen wir die Infos der Aussenwelt über Funk. Etwas später geht’s dann wirklich los. Mit einigermassen guten Steigwerten im Warteraum beginnt der Abflugpoker. Stefan welcher in der Standardklasse fliegt ist schon über die Startlinie. Wir wollen mit einigen Teilnehmern unserer Klasse abfliegen. Doch wies so kommt, oben fliegen sie los und bis wir oben sind, beginnt die Wolke zu regnen, und wir müssen alleine abfliegen. Etwas harzig läuft die Sache schon, doch mit einigen Thermikbojen aus allen Klassen kommen wir noch voran. Bei der nördlichsten Wende können wir mit einigen Konkurrenten eine Wolkenstrasse mit hoher Geschwindigkeit abfliegen. Als uns die Zeit der 2,5 Stundenaufgabe und das näher rückende Ende des Wendekreises zum drehen zwingt, fliegen wir unter der Wolkenstrasse ein Stück zurück. Jetzt nur noch gut 100 km nach Pociunai. Doch gerade diese Strecke hat’s in sich! Wir fliegen wieder ganz alleine, keine anderen Flugzeuge, welche uns einen Schlauch zeigen in Sicht. Nach vier Wolken die uns nicht hochbringen, finden wir uns mit 200 m Grund in einem Nullschieber wieder. Wasser marsch, unsere Kiste ist nun leicht und wir Steigen langsam wieder hoch. Oben angekommen, schleichen wir mit schwachen Steigwerten zwischen Regenfällen zurück zum Flugplatz. Durch eine Regenwand hindurch, setzen wir mit einer halben Stunde Verspätung auf dem Flugplatz auf. Uff geschafft, war unser erster Gedanke!

Bilanz in der Standardklasse nach Tag 1: grober Schaden abgewendet

27. Juli 2009 von Stefan Leutenegger

Es war ein typischer Segelflugwettbewerbstag: schon auf dem Grid begann es heftig zu regnen. Schnell alle Löcher abkleben und unter den Flügel fliehen. Dasselbe hatte sich ein Hund gedacht: er gesellte sich zu mir um sofort sein klatschnasses Fell auszuschütteln. Super. Durchnässt und mit nassem Flugzeug startete ich den schwarzen Wolken entgegen.

Da ich dachte, es könne jeden Moment eine Sintflut über Litauen hereinbrechen, flog ich sofort ab auf den 2.5-Stunden-AAT Richtung Nordosten. Alleine – egal, wer braucht schon andere Flugzeuge. Unter dem ersten Cumulus traf ich zum Glück die Belgier und flog mit ihnen weiter. Einen Aufwind wollte ich allerdings auslassen und das war ein Fehler. Der Höhenmesser kam immer näher an 0, ich musste umdrehen, noch eine letzt Waldecke ausprobieren, sonst landen. Doch siehe da, es ging aufwärts! Aus 170m Grund ausgegraben, minus 15 Minuten, minus 150 Punkte (geschätzt). Von da an war ich definitiv allein und in der unzuverlässigen Thermik war das nur unvernünftig – aber was soll man schon machen. Etwas vorsichtiger flog ich die Aufgabe ab, mal schneller mal langsamer, aber wenigstens nach Hause.

Etwas später sollte sich herausstellen, dass es in der Standardklasse beide Vertreter der Segelflugnation Frankreich gelandet hat. Was mich betrifft, so ist einiges an Punkten verloren, aber gröberer Schaden abgewendet. Man muss es positiv sehen: morgen wird sicher niemand nachfliegen!